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Suchtberatung Kontakt-Rat-Hilfe erinnert an gestorbene Abhängige

Viersen : Erinnerung an die Gestorbenen

Mit einer Gedenkfeier erinnerte die Suchtberatung Kontakt-Rat-Hilfe an die Frauen und Männer aus dem Kreis Viersen, die an den Folgen ihrer Sucht gestorben sind. Die Zahl der gestorbenen Abhängigen von illegalen Drogen sei 2017 erstmals seit fünf Jahren leicht gesunken, berichtete der Leiter der Suchtberatung für den Kreis Viersen, Reiner Lennertz.

Zahlen nannte er bewusst nicht: „Statistiken verbergen die individuellen Lebensgeschichten, die Höhen und die Tiefen jedes einzelnen dieser Menschen.“ Die Suchtberatung habe 2017 mehrere tausend Frauen und Männer begleitet. Mit sehr persönlichen Worten erinnerten er und Suchtberater Michael Hauser an zwei Klienten, die im vergangenen Jahr gestorben sind. Djadi (Name geändert) habe einen langen Kampf gegen die Drogen und die Dämonen seiner Vergangenheit geführt, erzählte Hauser: „Er hatte schon in früher Kindheit Erfahrungen machen müssen, die ihn während seines Lebens stark belasten sollten und auf die er mit Drogenkonsum reagierte.“ Djadi sei oft verzweifelt gewesen. Aber er hatte, inzwischen verheiratet und Vater, ein Ziel: „Ich will endlich gesund werden, endlich die Dinge richtig machen.“ Im Frühjahr 2017 starb er, keine 40 Jahre alt. Noch einige Jahre jünger war Ilona (Name geändert), als sie vor etwa einem Jahr starb. Eine frühe Essproblematik, Erfolg im Beruf, zunehmend exzessiver Alkoholkonsum, immer auf der Suche nach Nähe, Anerkennung, Wertschätzung und ihrer eigenen Identität – so schilderte Lennertz die Klientin: „Sie hatte so viel Energie, so viel Kraft, so viel Wollen, aber sie wusste nicht, wofür, weil es ihr nicht gelungen ist, ihre eigenen Bedürfnisse nachhaltig zu erkennen.“ Ilona sei eine äußerst getriebene junge Frau gewesen, sagte Lennertz: „Ich bin mir sicher, dass sie jetzt zur Ruhe gekommen ist.“ Zu den Klängen von Led Zeppelins Lied „Stairway to Heaven“ gedachten die Gäste der Feier still und für sich. Axel Stein fand tröstende Worte: Im Tod sei es gleich, wie ein Mensch gelebt habe und ob ihm sein Leben mehr oder weniger gelungen sei, sagte der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Süchteln. Gemeinsam brachten die Teilnehmer der von Claudia Kümmel vorbereiteten Feier zwei Tafeln mit den Namen von Djadi und Ilona in den Innenhof der Suchtberatung, wo eine Gedenkwand eingerichtet ist.

Betroffene können sich unter Ruf 02162 95110 an die Suchtberatung wenden.