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Student entwickelt neues Job-Projekt für drei Kommunen

Wirtschaft im Westkreis : Student entwickelt Job-Projekt

Die Kommunen Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal wollen etwas gegen den Fachkräfte- und Azubimangel tun. Wie Arne Heymanns dabei helfen soll.

Arne Heymanns studiert Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule Niederrhein. Jetzt hat er für seine Bachelorarbeit ein neues Projekt begonnen, das in den drei Kommunen Brüggen, Schwalmtal und Niederkrüchten dazu beitragen soll, perspektivisch den Mangel an Fachkräften und beruflichem  Nachwuchs zu reduzieren. Das Ziel: Der Student soll Arbeitgebern und Jobsuchenden dabei helfen, einfacher miteinander in Kontakt zu kommen. „Arne Heymanns soll Licht in den Dschungel der Angebote rund um Fach- und Nachwuchskräftemangel bringen“, sagen die drei Wirtschaftsförderer Bernd Gather (Schwalmtal), Frank Grusen (Niederkrüchten) und Guido Schmidt (Brüggen). „Gerade seine Marketingkenntnisse werden uns helfen, eine Dachmarke für vorhandene und künftige Angebote zu entwickeln.“ Der 39-Jährige hat 2010 das Online-Portal „Die WG“ für Studierende in Mönchengladbach mitgegründet.

Wie die drei Kommunen und der Student zueinander kamen: „Wir haben unser gemeinsames Westkreis-Projekt als mögliches Thema einer Bachelor-Arbeit an der Fontys und der Hochschule Niederrhein ausgeschrieben“, erläutert Frank Grusen. Darauf habe sich der 39-Jährige beworben: Er wird jetzt mehrere Monate mit seiner Bachelorarbeit beschäftigt sein. Da die Problematik des Fachkräftemangels auch den Hochschulen bewusst sei, kam sie rasch als Thema für eine Abschlussarbeit in Frage.

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Der Fachkräftemangel ist längst ein zentrales Thema für die Bundesagentur für Arbeit und für die IHK. Laut dem Fachkräftebarometer der NRW-IHK sahen im Mai 2021 „48 Prozent der Unternehmen im Fachkräftemangel ein Geschäftsrisiko“, im Jahr zuvor habe der Anteil nur bei 21 gelegen. „Seit elf Jahren hat sich der Mangel an qualifiziertem Personal massiv verstärkt“, so die IHK. Der durch die Corona-Krise bedingte Rückgang bei den Ausbildungszahlen wird die Fachkräftelücke mittelfristig noch weiter verschärfen.

Dies ist auch die aktuelle Einschätzung der für den Kreis Viersen zuständigen Agentur für Arbeit in Krefeld. „Gerade im Handwerk, in der Gesundheits- und (Alten-)Pflege, in der Gastronomie sowie im Sozialwesen gibt es Engpässe“, erklärt Michael Becker, Agentur-Sprecher. Als Beispiele nennt er Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Klempnerei, Erziehung, Hochbau und Architektur. Lehrlinge sind im Kreis Viersen gesucht; beim Ausbildungsmarkt lag die Bewerber-Stellen-Relation im August 2021 bei 1 zu 1,15: Auf 100 Bewerber kommen 115 Lehrstellen. 2020 lag der Wert bei 1 zu 1, 2019 sogar  bei 1 zu 0,85.

Für die drei Kommunen soll der Student eine Dachmarke entwickeln, die die einheitliche Kommunikation der Angebote in Richtung der Unternehmen erleichtern wird; außerdem soll eine übersichtliche Aufstellung entstehen, die die wichtigsten Akteure und deren Möglichkeiten, um Firmen vor Ort zu unterstützen, enthält.

Worin Gather, Grusen und Schmidt ein Problem sehen: „In der Region gibt es zwar attraktive Unternehmen genauso wie motivierte und qualifizierte Nachwuchs- und Fachkräfte.“ Doch die Akteure müssten zusammengebracht werden und dort unterstützt werden, wo es individuell notwendig sei. Zahlreiche Akteure – von den Kammern über die Arbeitsagenturen bis zu den Wirtschaftsförderungen — hätten sich des Themas angenommen; sie würden verschiedene Angebote für Unternehmen und Arbeitsplatzsuchende bereithalten. „Was oft fehlt, ist der Überblick über diese Angebote“, so die Wirtschaftsförderer.

Und diese Lücke soll Arne Heymanns mit seiner Bachelorarbeit schließen. Wie die Dachmarke und die Aufstellung aussehen sollen, ist dabei noch vollkommen offen: Laut Frank Grusen sei ein Flyer ebenso möglich wie eine Online-Plattform.