1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen

Straßenkarneval 2019: Altweiber-Bilanz von Viersen-Dülken

Straßenkarneval in Viersen-Dülken : Die Altweiber-Bilanz von Dülken

Viele friedlich Feiernde begrüßten die Null-Toleranz-Strategie der Polizei und den verstärkten Personaleinsatz der städtischen Stellen. Die Bürgermeisterin sieht weiterhin Bedarf, dem Fehlverhalten von Besuchern entgegenzutreten.

Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) sieht die Entwicklung des Altweiber-Nachmittags auf dem Alten Markt in Dülken auf einem guten Weg. Rund 3000 Menschen hatten dort gefeiert. Anders als in den Vorjahren gab es aber keine aufpeitschende elektronische Musik bis zum frühen Abend, stattdessen wurde bis gegen 15.15 Uhr Karnevalsmusik gespielt. Jugendamt, Ordnungsamt  und Hilfsdienste hatten die Zahl der Einsatzkräfte gegenüber dem Vorjahr noch einmal erhöht. Hintergrund: In den Vorjahren waren etliche Kinder und Jugendliche stark betrunken, es kam zu Pöbeleien und gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Anemüller erklärte, das Angebot der Karnevalsmusik auch nach dem Ende des offiziellen Teils des Vaterstädtischen Vereins sei angenommen worden. Allerdings bestehe „unverändert Bedarf, dem Fehlverhalten eines Teils der Besucher entschieden entgegen zu treten“.

Die Polizei nahm in Dülken mit insgesamt 27 zwei Personen mehr in Gewahrsam als im Vorjahr. Sie wurde von einer Einsatzhundertschaft unterstützt. „Mit zunehmender Alkoholisierung stieg auch leider die Gewaltbereitschaft einiger Anwesender“, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. „Von Anstand war mancherorts wenig zu sehen.“

  • Auf dem Alten Markt gilt zwischen
    Dülken : Altweiber in Dülken: Was Feiernde wissen müssen
  • Das Dülkener Prinzenpaar Paul I. und
    Karneval im Kreis Viersen : Altweiber in Dülken, Viersen, Süchteln
  • Hochprozentiger Alkohol in großen PET-Flaschen –
    Viersen-Dülken : Altweibernachmittag mit Karnevalsmusik

Die Einsatzkräfte mussten in diesem Jahr in Dülken und Lobberich 24 Strafanzeigen fertigen (15 in 2018), davon vier wegen Widerstands gegen polizeiliche Maßnahmen. Die durch Alkohol gestiegene Gewaltbereitschaft zeigte sich in 14 Strafanzeigen wegen Körperverletzungen. Weitere Strafanzeigen: zwei wegen Raubdelikten, zwei wegen Drogenverstößen und weitere zwei wegen Beleidigungen auf sexueller Basis.

Polizei und Ordnungsamt hatten sich auf eine „Null Toleranz“-Strategie geeinigt, schritten schnell ein. Wer den Aufforderungen nicht Folge leistete, wurde des Platzes verwiesen. Der verstärkte sichtbare Auftritt der Ordnungskräfte habe vielen Feiernden das Gefühl von mehr Sicherheit gegeben, erklärte ein Stadtsprecher. In einer ersten Bilanz berichten die beteiligten städtischen Stellen von vielen positiven Rückmeldungen zum Einsatzkonzept. Die nochmals gesteigerte Präsenz von Ordnungskräften, Jugendamt, Suchtberatung Kontakt-Rat-Hilfe und Deutschem Roten Kreuz sei von denen, die friedlich feiern wollten, ausdrücklich gelobt worden. Und der „weiche Übergang“ mit zusätzlicher Karnevalsmusik von der Bühne habe Zustimmung gefunden.

Die öffentliche Diskussion im Vorfeld habe ebenfalls Wirkung gezeigt. Feiernde Jugendliche hätten berichtet, dass in den Familien über die Geschehnisse auf und um den Alten Markt in den vergangenen Jahren gesprochen wurde. Dadurch habe eine weitere Sensibilisierung für die Probleme stattgefunden, die durch übermäßigen Alkoholkonsum entstehen. Die Bürgermeisterin sagte, der Dreiklang aus Karnevalsmusik, starker Präsenz von Ordnungsamt und Polizei und Beratungsmöglichkeiten für junge Menschen könne für die kommenden Jahre der richtige Weg sein. Konkrete Veränderungen – etwa eine Verlängerung des Musikangebotes – müssten nach der genauen Analyse der Ereignisse beraten werden. Sie sei zuversichtlich, dass die weit überwiegende Mehrheit der jungen Menschen an diesem Tag fröhlich Karneval feiern wolle.