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Starkregenrisikomanagement für alle Kommunen im Kreis Viersen

Vorbereitung auf mögliche Unwetter : Kreis Viersen setzt auf neues Starkregenrisikomanagement

Anhand einer Simulation wird unter anderem eine Starkregen-Gefahrenkarte erstellt. Wie viel Wasser fließt wann wo? Wie gelingt es, dass das Wasser möglichst wenig Schaden verursacht? Fragen wie diese sollen beantwortet werden.

Der Kreis Viersen möchte künftig auf Unwetter besser vorbereitet sein: Er lässt für alle kreisangehörigen Kommunen Starkregenrisikomanagements erstellen. Im ersten Schritt werde für Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal ein gemeinsames Starkregenrisikomanagement mit dem übrigen Schwalmverbandsgebiet angefertigt, erläuterte jetzt Rainer Röder, technischer Dezernent des Kreises Viersen. „Dies ist aus hydrologischer Sicht sinnvoll.“ Für die übrigen Kommunen soll unter Federführung des Kreises Viersen zeitnah ein Vergabeverfahren zur Erstellung eines vergleichbaren Konzept eingeleitet werden.

Der Kreis Viersen und der Schwalmverband haben bereits einen Kooperationsvertrag zum Starkregenrisikomanagement geschlossen. Landrat Andreas Coenen (CDU), Stephan Pusch (CDU), Verbandsvorsteher des Schwalmverbands und Landrat des Kreises Heinsberg, sowie Thomas Schulz, Geschäftsführer des Schwalmverbands, haben die Pläne nun vorgestellt. „Ereignisse wie das Unwetter in Viersen-Dülken oder die Hochwasserkatastrophe im vergangenen Jahr haben gezeigt, dass im Zuge des Klimawandels auch lokal mit Extremwetterlagen zu rechnen ist. Mit dem gemeinsamen Starkregenrisikomanagement können wir uns auf solche Ereignisse besser vorbereiten, um im Ernstfall bedarfsgerechter agieren und den Schaden minimieren zu können“, sagte Coenen.

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Ziel des Starkregenrisikomanagements soll es sein, eine detaillierte Planungsgrundlage und ein einheitliches System zu entwickeln, um präventiv auf starke Regenfälle reagieren zu können. Dafür erarbeiten die Kooperationspartner anhand einer Simulation eine Starkregen-Gefahrenkarte. Die Karte soll zeigen, wie sich die Niederschlagsereignisse auf einzelne Gebiete auswirken. So sollen mögliche Gefahrenpunkte, zum Beispiel Straßen oder Gebäude, identifiziert werden können. Das Gefahrenpotenzial wird dabei in drei Stufen – gering, mittel, hoch – unterteilt. Anhand der Simulation soll anschließend ein Konzept mit konkreten Maßnahmen für den Unwetterfall, unterteilt nach Priorität, entstehen. Mit ersten Ergebnissen ist nach Angaben des Kreises Viersen bis Ende des Jahres zu rechnen.

Die Grundlage des Managements bilden neue Oberflächenabflussmodelle. Thomas Schulz vom Schwalmverband erläuterte: „Hochwasser gibt es nur an Gewässern, Starkregenabfluss kann aber überall auftreten. Zentrale Fragen des Modells sind daher zum Beispiel: Wie viel Wasser fließt wann wo? Wie gelingt es, dass das Wasser möglichst wenig Schaden verursacht? Aber auch: Wie kann das Wasser im Anschluss sinnvoll genutzt werden?“

Beide Starkregenrisikomanagements sollen in Zusammenarbeit mit den Kommunen sowie den betroffenen Wasser- und Bodenverbänden  kompatibel zueinander gestaltet werden, sodass als Endergebnis eine ganzheitliche Risikoeinschätzung des gesamten Kreisgebietes vorliegt. Die gesamten Kosten des Starkregenrisikomanagements für die Gebiete des Kreises übernimmt der Kreis Viersen.

(naf)