Viersen-Dülken: Mehr als 145 Mitwirkende in der illuminierten Kirche

Konzert in St. Cornelius Dülken : Mehr als 145 Mitwirkende in der illuminierten Kirche

Verdiente Beifallsbekundungen und stehende Ovationen waren der Lohn des Publikums für ein in dieser Form außergewöhnliches konzertantes Großereignis mit mehr als 145 Mitwirkenden in dem Dülkener Gotteshaus.

Ein Chor- und Orchesterkonzert der Extraklasse fand am vergangenen Sonntag in der Dülkener Pfarrkirche St. Cornelius statt. Unter dem Motto „Musik verbindet“ konnte Pfarrer Jan Nienkerke in der stimmungsvoll illuminierten Corneliuskirche etwa 500 Besucher zu einem außergewöhnlichen Konzert begrüßen.

Eigens dafür hatten sich das Chorprojekt Mönchengladbach unter Leitung von Stephanie Borkenfeld-Müllers sowie der Projektchor St. Cornelius Dülken unter Leitung von Organist und Kantor Giovanni Solinas zu einem beeindruckenden Gesamtchor von mehr als 110 Mitwirkenden zusammengetan. In gemeinsamen Proben hatten sie die anspruchsvolle Vertonung des 42. Psalms „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ sowie den Lobgesang von Felix Mendelssohn Bartholdy erarbeitet. Für die musikalische Unterstützung sorgten etwa 35 Musiker der Niederrheinischen Symphoniker.

Im Wechselspiel mit ihnen gehörte die Aufmerksamkeit zu Beginn des Konzerts jedoch einem herausragenden Violinsolisten: Mattia Osini, Stimmführer der zweiten Violine im Teatro Massimo von Palermo, nahm die Besucher mit dem selbst an den kompliziertesten Stellen wunderbar leicht dargebotenen Violinkonzert e-Moll, Opus 64 für sich ein und bekam dafür ersten großen Beifall des Publikums.

Der folgende 42. Psalm und nach der Pause auch der Lobgesang, die von dem in der großen Corneliuskirche beeindruckend wirkenden Gesamtchor herrlich ausgewogen dargeboten wurden, bildeten den Rahmen für die Einführung weiterer junger Künstler aus ganz Europa. Sie verfügen trotz ihres zum Teil jungen Alters bereits über eine reichhaltige Tournee- und Bühnenerfahrung verfügen und konnten in den Solopartien glänzen.

Zunächst die bezaubernde Amy Frega, in den USA geboren und in Ägypten aufgewachsen und bereits in verschiedenen Opernproduktionen erfolgreich, die mit ihrer beeindruckenden Stimme die Sopransoli anrührend meisterte. In einem Duett unterstützte Frega die Sopranistin Sabina Rodgers Seifert aus Esslingen, die seit vielen Jahren in Schottland musikalisch erfolgreich unterwegs ist. Beide konnten das Publikum bereits vor der Pause zu Beifallsstürmen hinreißen.

Danach war es zusätzlich der junge Tenor Ilja Aksionov aus Litauen, der bereits bei mehreren internationalen Gesangswettbewerben erfolgreich war und der die Solopartien im Lobgesang mit ausdrucksstarker Stimme darbot. Immer hervorragend begleitet durch das präzise Spiel der Musiker und stimmgewaltig unterstützt durch den Gesamtchor. Dem stets fokussierten Dirigenten Giovanni Solinas gelang es dabei eindrucksvoll, im Gesamtzusammenspiel von Solokünstlern, Chor und Orchester die ganze Bandbreite der Dynamik im Werk von Mendelssohn Bartholdy herauszuarbeiten: zurückgenommen, präzise und auf den Punkt an den leisen Stellen und klanggewaltig, geradezu offenbarend im Schlüsselmoment des Lobgesangs: „Die Nacht ist vergangen...“. Eine dezente, von Harald Hüller farblich auf die unterschiedlichen Stimmungen abgestimmte Illumination des Kirchenraumes unterstrich dabei eindrucksvoll die zentralen Aussagen des Werks.

Konzert St. Cornelius, Violinsolist Mattia Osini aus Palermo begeisterte das Publikum mit seiner Virtuosität. Foto: Gemeinde

Verdiente Beifallsbekundungen und stehende Ovationen waren der Lohn des Publikums für ein in dieser Form außergewöhnliches konzertantes Großereignis mit mehr als 145 Mitwirkenden in dem Dülkener Gotteshaus. RP

(RP)
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