Viersen: Deutscholympiade bei interkultureller Woche

Wettbewerb für Flüchtlingskinder : Deutscholympiade bei interkultureller Woche

Es ist laut, es ist voll, Kinderlachen und die Geräuschkulisse von mehreren Gesprächen zur gleichen Zeit füllen dem Raum um Heimer-Park-Treff an der Neuwerker Straße. Knapp 20 Kinder sind mit ihren Eltern, manche auch mit ihren jüngeren Geschwistern, zur dritten Deutsch-Olympiade des SKM Kempen und Viersen im Heimer-Park-Treff gekommen.

Seit Mai 2017 bietet der SKM an der Neuwerker Straße Flüchtlingen und Deutschen einen Treffpunkt. „Wir begannen ursprünglich mit einem Frühstück für die Flüchtlingsfrauen und -kinder“, sagt Christiane Langer vom Flüchtlingssozialdienst des SKM Kempen und Viersen. Da die Frauen zunehmend begannen, Sprachkurse zu besuchen, verlagerte sich das Angebot in den Nachmittag. „Jeden Montag bieten wir nun einen Spielnachmittag mit Hausaufgabenhilfe an“, sagt Langer. Der Nachmittag sei ein gelungenes Beispiel dafür, dass Projekte, die zunächst die Ankunft und Unterbringung der Flüchtlinge unterstützen sollten, wandelbar sind und nun dem Aufbau sozialer Kontakte und der Integration in Gesellschaft und Nachbarschaft dienen können. Langer: „Wir sind jetzt im nächsten Abschnitt der Integration angekommen – nun müssen sich Initiativen und Engagement auch beweisen.“

Die Deutscholympiade veranstaltet das Team aus ehrenamtlichen Helfern nun zum dritten Mal. „Diesmal haben wir die Veranstaltung in die interkulturelle Woche eingebunden“, sagt Langer. An der Veranstaltungsreihe sind unter anderem die Stadt Viersen, der SKM, aber auch Integrationsministerium und Schulministerium beteiligt. Vom 23. bis 29. September können Interessierte Kochkurse, Nähabende, Filmvorführungen und andere Veranstaltungen besuchen, in denen Menschen aus verschiedene Kulturkreisen einander kennenlernen sollen.

Bei der Olympiade wird geraten und gemalt, Wortspiele und Rätsel werden um die Wette ausgeknobelt. Jedes der sechs Teams hat einen ehrenamtlichen Betreuer. „Die passen auf, dass nicht geschummelt wird“, sagt Julia Achilles. Sie ist bei den Lernnachmittagen und auch bei der Olympiade „diejenige, die alles federführend macht“, sagt Langer. Achilles habe ein ganz bestimmtes Erlebnis gehabt, das sie zu ihrer ehrenamtlichen Arbeit inspiriert hat: „Ich musste was ins Auto laden und schaffte es nicht alleine. Eine Flüchtlingsfamilie ging vorbei, eine Frau und ein Mann mit Kinderwagen“, erzählt Achilles. „Der Mann kam kurz daraufhin zurück und bot mir Hilfe an.“ juz

(juz)
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