Verein für Heimatpflege lud zum Sommer-Ausklang an der Ringofenziegelei ein

Verein für Heimatpflege in Viersen : Sommerfest rund um den historischen Ringofen

Vor dem schmalen, rund 1,30 Meter langen Zugang, der zum Ende hin immer niedriger wird, hat sich eine Menschenschlange gebildet. „Die ersten 15 Besucher dürfen jetzt eintreten. Aber Vorsicht, Kopf einziehen“, mahnt Willi Korn vom Verein für Heimatpflege.

Eine gelb-schwarze Warnmarkierung direkt am Eingang erinnert nochmals an das gebückte Eintreten, dann können sich die Besucher wieder aufrichten. Sie stehen allesamt im Ringofen, der im Mittelpunkt eine Höhe von 2,40 Meter hat und so der Gruppe genügend Platz zum aufrechten Stehen gibt, obwohl seine Seiten bedeutend niedriger sind.

„Wie angenehm kühl“, sagt jemand aus der Gruppe, kaum dass alle in dem für diesen Sondertag geöffneten Ringofen stehen. Aufgrund der grünen Strahler verbreitet sich ein mystisches Licht. Besucheraugen wandern neugierig in dem Raum umher, wo früher Lehmsteine gebrannt wurden. Er befindet sich an der Süchtelner Straße in Viersen.

„Bei dem um 1900 errichteten Ringofen handelt es sich um einen Sechzehn-Kammer-Ofen mit Kohlenfeuerung“, beginnt Peter Breidenbach mit den Informationen zu dem historischen Schätzchen. Der Inhaber der Firma Claytec, die auf eben dem Gelände angesiedelt ist, kennt sich aus. Schließlich ist Lehm sein Metier. Breidenbach erklärt die Vorgehensweise, mit der einst gearbeitet wurde: Es wurden Zwischenwände gemauert, um die verschiedenen Kammern zu bilden; jede Kammer hatte einen eigenen Zugang und auch einen eigenen, steuerbaren Abzug zum Kamin, den sogenannten Fuchs.

Das Stapeln der ungebrannten Lehmsteine in den Kammern, das Einfüllen der Kohlen von oben, das Entfachen des Feuers, die Nutzung der Rauchgase, das im Kreis laufende Feuer, das Gleiten der Frischluft über die heißen Steine – die Besucher tauchen bei Breidenbachs Erzählung in eine Arbeitswelt ein, die es schon lange nicht mehr gibt.

Auch wer sich nicht im Ringofen aufhält, sondern es sich davor an den Bierzeltgarnituren mit den Kerzenleuchtern und dem Blumenschmuck bequem gemacht hat, der hat keine Langeweile. Die „Schautermann-Tillies-Jazzband“ unterhält mit Dixieland-, Blues- und Swing- Arrangements. Der Duft von frischen Waffeln liegt in der Luft und vermischt sich mit dem Geruch des frisch gegrillten Wildfleisches. Dazu kommt ein kühles Lohbusch Bräu, denn schließlich haben Florian Ackens und Jan-Philipp Eccher eine alte Brautradition in Viersen wiederbelebt und präsentieren auf dem Gelände der Ringofenziegelei die Ergebnisse. „Eine alte Ziegelei, ein altes, neu aufgelegtes Bier und ein altbekannte Musikgruppe. Eine hervorragende Kombination für eine Sommer-Ausklang unseres Verein“, bemerkt  Albert Pauly, Vorsitzender vom Verein für Heimatpflege. Das empfindet nicht nur er so. 200 Besucher haben sich zum Sommer-Ausklang des Heimatvereins eingefunden und genießen die Atmosphäre.

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