Südstadtbüro in Viersen lädt zum Neujahrsempfang ein

Neujahrsempfang Südstadt: Die Viersener Südstadt verbessert ihr Image

Welcher Name soll’s denn sein: „Vierscher Mittel“, „Treff Mitte“ oder vielleicht doch lieber „Zum Bürgerlein“? Die Viersener können derzeit darüber abstimmen, wie das neue Quartiersbüro in der Südstadt heißen soll.

Es soll Mitte 2020 das Südstadtbüro ersetzen, für das Ende 2019 die Förderung aus dem Projekt „Soziale Stadt“ endet. Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) hat ihren Namens-Favoriten schon gefunden: „Lindentreff“. Passt ja auch irgendwie, schließlich soll das Quartiersbüro – für die Allgemeinheit gut zugänglich – im Gebäude der dann fertig sanierten Anne-Frank-Gesamtschule an der Lindenstraße untergebracht werden.

Sabine Anemüller stimmte für „Lindentreff“ als Quartiers-Namen. Foto: Nadine Fischer

Das und noch so einiges mehr machte die Bürgermeisterin zum Thema ihrer Ansprache beim Neujahrsempfang im Südstadtbüro am Mittwochabend. Sie hob das große Engagement der Bewohner der Südstadt hervor, das gut funktionierende Zusammenspiel verschiedener Kulturen im Stadtteil und „die vielen baulichen Verschönerungen und Verbesserungen“.

Gastgeberin des Abends war Stephanie Schoenen, Quartiersmanagerin des Stadtteilbüros, die für 2018 eine positive Bilanz zog: „Im vergangenen Jahr sind hier viele tolle Projekte gelaufen“, sagte sie in ihrer kurzen Ansprache. So hat etwa Angeliki Asimakopoulou, Leiterin der Integrationsagentur der Diakonie, einen Sprachkursus für Frauen und ein Kochprojekt angeboten. Davon profitierten die Empfangs-Gäste im gut besuchten Stadtteilbüro: Die Kochgruppe hatte ein Buffet unter anderem mit gefüllten Weinblättern und Börek angerichtet. Die Tamilische Schule hatte für den Abend Tänze vorbereitet, Victor Rollmann, Geschäftsführer der Flüchtlingshilfe Sonnenschein, spielte für die Gäste zwischendurch Jazzimprovisationen am Klavier.

Die Gastgeberin: Quartiersmanagerin Stephanie Schoenen. Foto: Nadine Fischer

„Ich könnte Sie heute mit einem klein wenig Bedauern begrüßen, denn wir befinden uns nun mit dem kommenden Jahr im letzten Finanzierungs-Jahr der Förderung des Projekts Soziale Stadt“, sagte die Bürgermeisterin. Zum Ende des Jahres würden also die Fördermittel für das Quartiersmanagement, das Südstadtbüro, das Immobilienmanagement und das Hof- und Fassadenprogramm auslaufen. „Wir könnten uns allerdings auch mit sehr viel mehr Freude begrüßen – und das liegt mir sehr viel mehr am Herzen, denn wir haben viel geschafft – und wir werden mit dem, was wir geschaffen haben, auch weiter an Verstetigungen des bisher Geschaffenen arbeiten“, sagte Anemüller. „Wir haben alle Kräfte vernetzt“, ergänzte sie. So seien etwa unter der Obhut des Südstadt-Büros Netzwerke und Arbeitskreise eingerichtet worden, „von Bürgern, von Geschäftstreibenden und in der Südstadt Wohnenden, von Menschen, denen die Südstadt am Herzen liegt, Menschen, die ihre Zeit ehrenamtlich eingesetzt haben, um diesen Stadtteil wieder lebendig werden zu lassen. An diese Menschen richte ich meinen großen Dank“. Und: Sie sei „überaus froh, dass sich neben den überaus aktiven Arbeitskreisen im Südstadtbüro im vergangenen Jahr noch zudem der Verein Viertel Süd  gegründet hat beziehungsweise in Gründung ist.“

Kathinka Brunotte, Pfarrerin der evangelischen Gemeinde (links), mit Ulrike Spielhofen und Bernd Bodenbenner vom Vorstand des Kinderschutzbundes. Foto: Nadine Fischer

Die Bürgermeisterin stellte Veranstaltungen und Projekte heraus, die sich dank Sponsoren und Unterstützern in der Südstadt etabliert hätten: „Ob es die Veranstaltungsreihe Südstadtsommer ist, das Open-art-Festival, die interkulturelle Woche, die Ehrenamtsakademie, die Umgestaltung des evangelischen Friedhofs, der Lyzeumsgarten.“ Der Stadtteil Südstadt habe eine enorme Aufwertung erfahren, „das Image wurde nachhaltig verbessert“. Die Baumaßnahme im Umfeld der Josefskirche werde 2019 abgeschlossen, aber „die Umgestaltung der Bahnhofstraße und der Großen Bruchstraße müssen leider aufgeschoben werden, bis die jetzt vorgesehene Baumaßnahme Tiefensammler auf der Freiheitsstraße beendet worden ist.“

Nun gehe es in der Südstadt weiter „mit dem Wachsen von bürgerschaftlicher Initiative“, sagte die Bürgermeisterin. Der neue Bürger-Verein Viertel Süd, der den Stadtteil stärken wolle, werde von der Stadt unterstützt. Dessen Mitglieder könnten sich 2020 womöglich im neuen Mehrzweckraum der Anne-Frank-Gesamtschule treffen, der zusätzlich zum neuen Quartiersbüro dort eingerichtet werden soll.

(naf)
Mehr von RP ONLINE