Schüler des Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums Viersen besuchen Auschwitz und Krakau

Exkursion ab Viersen : Eine Studienfahrt zum Ort des Grauens — nach Auschwitz

„An das Gesicht meiner Mutter kann ich mich nicht erinnern – nur an ihre Hände, die mir etwas zu essen zustecken.“ Mit dieser und vielen weiteren eindrücklichen Aussagen schilderte Lidia Maksymowicz ihre Erlebnisse als „Häftling“ in der Kinderbaracke von Auschwitz-Birkenau.

Das Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden war einer der Höhepunkte einer fünftägigen Studienfahrt des Viersener Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums nach Auschwitz und Krakau, bei der das sogenannte „Stammlager“ Auschwitz, das Lager Auschwitz-Birkenau, die Stadt Oswiecim und zum Abschluss die alte polnische Königsstadt Krakau besucht wurden.

Die Schüler und Lehrer des Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums trafen sich mit der Holocaust-Überlebenden Lidia Maksymowicz. Das Zeitzeugengespräch beeindruckte die Gruppe sehr. Foto: EvR

„Für mich war das Gespräch der emotionalste Moment der Reise“ sagt Paul Böken, einer der Teilnehmer. In Begleitung ihrer Geschichtslehrer Klaus Derks, Christian Wolters und Sebastian Trienekens nahmen 40 Schülerinnen und Schüler der Stufe Q2 die Möglichkeit wahr, Auschwitz zu besuchen. Damit war die Gruppe fast doppelt so groß wie in den vergangenen Jahren. „Möglich wurde das durch ein neues Förderprogramm der Landesregierung und einen finanziellen Beitrag des Rotary-Clubs Viersen-Schwalm-Nette“, so Trienekens, der die Studienreisen am EvR seit vielen Jahren begleitet.

„Wir haben intensive Tage erlebt, die mit dem Frühstück um 7 Uhr begannen und am späteren Abend mit einem Tagesrückblick endeten“ erzählt Lea Mengen. Der tägliche Austausch über das Erlebte war den Teilnehmern wichtig. „Vieles an diesem Ort des Grauens ist sehr bedrückend“, so Martin Rauen. „Da ist der gemeinsame Austausch eine Hilfe.“

Trotz bedrückender Erfahrungen und großer Kälte und viel Schnee bringt Franziska Rahn das Fazit aller Teilnehmer auf den Punkt: „Diese Reise war für mich die lohnenswerteste der gesamten Schulzeit. Eigentlich sollte jeder in seinem Leben einmal dort gewesen sein.“

(rp)
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