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Niederkrüchten: Zwei Postboten sind 50 Jahre im Einsatz

Doppeljubiläum bei den Postboten in Niederkrüchten : Mit der Farbe Gelb dreimal um die Erde

Seit 50 Jahren sind Manfred Smetz und Martin Smets als Postboten im Einsatz. Gemeinsam haben sie dreimal die Erde umrundet – so viele Kilometer haben sie in dieser Zeit zurückgelegt. Beide können so manches Anekdötchen erzählen.

Wenn man die von Manfred Smetz und Martin Smets in ihrem Arbeitsleben zurückgelegten Kilometer addiert, dann haben der 65- und der 64-Jährige zusammen dreimal die Erde umrundet. Beide sind seit 50 Jahren als Postboten im Einsatz und haben in dieser Zeit gemeinsam rund 23 Millionen Briefe ausgetragen. „Ein Fitnessstudio braucht man als Postbote nicht“, bemerkt Smets lachend.

Bis an die sogenannte Grüne Grenze zu den Niederlanden ging es. „Ich bin 30 Jahre lang die gleiche Strecke gefahren“, erinnert sich Smetz. Für ihn begann der Kontakt zu Post schon während der Schulzeit. 1969 gab es einen Schnuppertag als Postjunge. Es folgten entsprechende Ferienjobs. Als er mit der Schule fertig war, war klar, wo er sich bewirbt.

Am 1. September 1970 startete der Brüggener mit 14 Jahren die Lehrzeit zum Postjungboten. Damals gab es in Elmpt sechs Zusteller und zwei Schalterbeamte. Diese saßen in einem kleinen Raum in einer Kneipe an der Poststraße 24. Zweieinhalb Jahre später gab es einen Umzug zur Poststraße 26. Am Umzug an den heutigen Standort am Sohlweg 51-53 trug Smetz entscheidend bei. „Ich wusste, dass die Post sich vergrößern wollte und dass für die Immobilie am Sohlweg ein Mieter gesucht wurde. Also habe ich den Kontakt hergestellt“, erinnert sich der 65-Jährige.

Auch Smets hatte den ersten Postkontakt während seiner Schulzeit. „Ich habe ein 14-tägiges Schulpraktikum bei der Post gemacht. Es gefiel mir so gut, dass ich mich direkt beworben habe“, erzählt der Brüggener. Damals hatte Brüggen noch ein eigenes Postamt. „Alles verändert sich, was bleibt, ist aber die gelbe Farbe“, bemerkt Smets. Wurde früher jeder Brief von Hand sortiert, so wird heute im Briefzentrum vorsortiert und in gelben Kisten angeliefert.

Anekdötchen können die beiden Postboten im Laufe der Jahrzehnte reichlich erzählen. Das reicht vom monatlichen Reibekuchenessen, zu dem der Postbote immer eingeladen wurde, bis hin zu einem speziellen Briefkasten in Form eines Golden Retrievers, der aus der Haustür kommt und Post sowie kleine Pakete vorsichtig ins Haus zurückträgt. In Sachen Hundebiss hat Smets zum Glück nichts erlebt.

In Sachen Hundebisse kann Smetz hingegen mitreden. Zehnmal kam es zum Kontakt mit den Zähnen von Vierbeinern. Das konnte seine Freude an seinem Beruf aber nicht trüben. „Es ist mein Beruf. Man ist sein eigener Chef und lernt viele Menschen kennen. Die Arbeit macht mir immer noch Spaß“, sagt er. Schon jetzt werden die beiden immer wieder gefragt, wie lange sie noch dabei sein werden. Beide sind auf der Zielgeraden in Richtung Rente. Im kommenden Jahr ist Schluss mit der Farbe Gelb. Dann müssen sich die Bürger im Grenzgebiet an neue Postboten gewöhnen.