Mundartnachmittag in Schwalmtal-Waldniel mit einem kommunikativen Wellensittich

Schwalmtal-Waldniel : Mundartnachmittag mit einem kommunikativen Wellensittich

Beim Herbstmundartnachmittag des Heimatvereins Waldniel hat sich gezeigt, wie viel Freude die Beiträge in Neller Plott den Zuhörern machen. Allerdings würden sich die Veranstalter auch über jüngeres Publikum freuen.

Denn meist kommen Senioren zu den Mundartveranstaltungen.

Zu den Akteuren gehören Klaus Müller, Maria Küppers, Margret Crisp, Remy Heepen, Irmgard Marliani, Josef und Jutta Peters. Als Gast kam diesmal Margret Peters aus Brempt und trug „Mött et Raad ongerwäes“ vor – mit dem Fahrrad unterwegs. Von äußerst unterhaltsam bis historisch reichte die Bandbreite der Stücke. Oft wird ein Text in einer anderen Mundart gefunden und dann in Neller Plott umgeschrieben. So wandern viele Texte von Mundartgruppe zu Mundartgruppe. Remy Heepen (73) berichtete von einem Wellensittich, den jemand in einer Wohnsiedlung gefunden hatte. Typisch für eine Siedlung mit Hochhäusern mit zehn bis zwölf Etagen sei ja, dass man dort anonym wohne. „Vörrije Mont hät et ene Wellensittisch veärdich jebrooch, dat de Mönsche en dat Wuensilo sech allens känne li-ere“, liest Heepen vor. Denn bei der Suche nach dem Besitzer des kleinen Piepmatzes kommen die Leute ins Gespräch. „Vermesse di-ene se känne Wellensittisch, evvel de Lüü wo-ere fründlik“ – niemand vermisste einen Wellensittich aber man merkte, dass freundliche Leute in den Wohnungen leben.

Heepen findet die Waldnieler Mundart sehr schön. „Man hat nur noch ein paar Freunde, mit denen man Platt sprechen kann. Schade, dass die Mundart irgendwann ausstirbt“, bedauert er. Die Zuschauer genossen die Beiträge, und natürlich auch den Kaffee und Kuchen sowie die netten Gespräche in den Pausen.

Die nächste Veranstaltung vom Heimatverein Waldniel findet am Mittwoch, 6. November statt. Ab 17.30 Uhr startet der traditionelle Martins-Fackeltag auf dem Hof der Heimatstube.

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