Irmgardis-Serenade in Süchteln mit rund 300 Besuchern

Irmgardisfest : Serenade zum Auftakt lockt 300 Zuhörer

Es war ein ungewöhnlicher Auftakt für das Irmgardisfest im Süchtelner Ortskern. Im malerischen Innenhof der Residenz Irmgardis an der Bergstraße, mit dem zugehörigen Park als Hintergrundkulisse, wurde etwas ganz Besonderes geboten: Mit einer Mischung aus Arien, Liedern aus Operette und Musical und anspruchsvoller Unterhaltungsmusik boten Jana Marie Gropp, Ricardo Marinello und Marcus Goosmann ein Programm, das man so bisher nicht als Teil von Stadtfesten kannte.

Der farbig ausgeleuchtete Innenhof der Residenz bot dem ganzen am Abend einen architektonischen und atmosphärischen Rahmen, der mehr als 300 Besucher anlockte und das Publikum zu intensivem Applaus und lauten Rufen nach Zugaben inspirierte. Ob mit der von Ricardo Marinello gesungenen Arie des Belmonte aus Mozarts „Entführung aus dem Serail“ oder dem von Jana Marie Gropp einfühlsam vorgetragenen Solo der Lauretta „O mio babbino caro“, man fühlte sich wie in der Oper. Nach dem Finale des ersten Teils mit dem Trinklied aus Verdis La Traviata „Libiamo ne´lieti calici“ wollte der Applaus kein Ende nehmen. Das sicher nicht ausschließlich opernorientierte Publikum brachte damit seine Begeisterung für die Leistung der Künstler zum Ausdruck. Im zweiten Teil des Konzerts bewiesen die Künstler ihre Vielseitigkeit. Dabei gelang es Marcus Goosmann, mit kurzen Episoden zu den einzelnen Titeln die Musik in den Zusammenhang der Handlung des Gesamtwerks zu stellen. Mit Musicalhits unter anderem aus dem Phantom der Oper und berühmten Filmmusiken kam das Publikum so richtig in Stimmung. Mit der Zugabe „Tonight“ aus der Westside Story nahm das Konzert ein vielumjubeltes Ende. Für Rainer Schnäbler, den Vorsitzenden des Werberings Viersen aktiv, war klar: „Das müssen wir noch einmal machen. Offensichtlich gibt es in Süchteln ein Publikum, das auch auf Stadtfesten gerne ein klassisches, anspruchvolles Programm wünscht.“ Auch Willi Janissen als Miteigentümer der Residenz Irmgardis war erleichtert: „Als Günter Thönnessen als unser Mann für kulturelle Veranstaltungen in der Residenz uns das Konzept für das Konzert vorstellte, war ich ein wenig skeptisch. Oper, klassische Musik im Rahmen eines Stadtfestes, das schien mir ein wenig gewagt. Aber die heutige Atmosphäre und die Begeisterung des Publikums zeigen, dass wir alles richtig gemacht haben.“ Für die Organisatoren bleibt zu hoffen, dass das nicht die letzte Veranstaltung dieser Art im Innenhof der Residenz war. Namensgeber für das Fest, dessen Auftakt die Serenade jetzt bildete, ist Süchtelns Schutzpartonin Irmgardis. Anlässlich ihres Namenstages am 4. September findet zeitnah das Stadtfest statt. Damit beginnt auch die Irmgardisoktav mit zahlreichen Gottesdiensten und Veranstaltungen. Wo heute die Irmgardiskapelle auf dem Heiligenberg steht, soll Irmgardis der Legende nach als Eremitin gelebt haben.

(rp)