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Integrationsberater der LVR-Klinik Viersen stellen sich neu auf

LVR-Klinik Viersen : Integrationsberatung neu aufgestellt

In Deutschland haben etwa 25 Prozent aller Einwohner einen Migrationshintergrund. Es ist eine sehr heterogene Bevölkerungsgruppe: Sie sprechen eine Vielzahl unterschiedlicher Muttersprachen und haben verschiedene soziokulturelle Hintergründe.

Durch Kriegserlebnisse, Traumata oder auch Entwurzelung unterscheiden sich diese Menschen auch im Hinblick auf den Gesundheitszustand oft von denen ohne Migrationshintergrund. Dazu erschwert die fremde Sprache die Kommunikation mit Arzt oder Ärztin. Seit vielen Jahren setzt die LVR-Klinik Viersen des Landschaftsverbands Rheinland unterschiedliche Strategien ein, um psychisch kranke Personen mit Migrations- und Fluchtvorgeschichte bedarfs- und bedürfnisgerecht zu versorgen. Dazu gehören der Einsatz von Sprach- und Integrationsmittlern (SIM) sowohl in der stationären als auch in der ambulanten Therapie, spezielle Angebote der transkulturellen Ambulanz, Schulungen der Mitarbeitenden im Bereich der transkulturellen Kompetenz sowie regionale Vernetzung mit Beratungsstellen und psychosozialen Einrichtungen. Ärztin Thayalini Boll, Sozialarbeiterin Ülkü Cengiz und Sozialarbeiterin Sabrina Ranglack sind die Integrationsbeauftragten der LVR-Klinik Viersen. Integrationsbeauftragte beraten verschiedene Klinikakteure in sämtlichen transkulturellen Belangen. Sie vertreten die Klinik in kommunalen Gremien oder Arbeitsgruppen sofern sich diese mit dem Thema Migration und Gesundheit befassen. Der Aufbau eines Netzwerks, das über die Klinik hinausgeht, ist dabei ein ganz wichtiger Tätigkeitsbaustein. „Unser Wunsch ist es, dass unsere Patienten jeder Altersstufe nach erfolgter Therapie Wiedereingliederung in Beruf und eine wohnortnahe Anbindung an Beratungsstellen, Sport- und Kulturvereine, et cetera finden“, sagt Boll. Um diesem Wunsch gerecht zu werden, werden die Integrationsbeauftragten nun stundenweise freigestellt, um sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen und mehr Zeit zu haben, Mitarbeitende der Klinik hinsichtlich transkultureller Belange zu beraten.

(RP)