Clara-Schumann-Gymnasium: Europa, die Schule und die Bürgermeisterin

Clara-Schumann-Gymnasium : Europa, die Schule und die Bürgermeisterin

Unter dem Titel "Europa - Wo stehen wir? Wohin gehen wir?" stand der Europatag des Clara-Schumann-Gymnasiums. Zu den Gästen gehörte auch Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD). Sie beschäftigte sich mit der Frage, wie viel EU in Viersen steckt und wie viel Viersen in der EU.

Unter dem Titel "Europa - Wo stehen wir? Wohin gehen wir?" stand der Europatag des Clara-Schumann-Gymnasiums. Zu den Gästen gehörte auch Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD). Sie beschäftigte sich mit der Frage, wie viel EU in Viersen steckt und wie viel Viersen in der EU.

"Wer von euch hat schon einmal an einem europäischen Austauschprogramm teilgenommen?", die Frage der Bürgermeisterin lässt einige Hände in die Höhe schnellen. Die Schüler berichten über die gemachten Erfahrungen und was sie aus den Begegnungen mit einer fremden Kultur mitgenommen haben. Und damit ist man auch schon mitten im Thema.

Für einen Tag steht Europa an dem Dülkener Gymnasium im Mittelpunkt. Das Clara-Schumann-Gymnasium ist eine Europaschule mit einem bilingualen deutsch-englischen Bildungsgang. In der sechsten Klasse gibt es die Europastunde. Diese wöchentliche Langstunde thematisiert geografische, historische, gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Aspekte von Europa.

Mit der Einleitung Austauschprogramme hat Anemüller direkt einen wichtigen Faktor angesprochen. Ein Austausch steht nämlich nicht nur für den Erwerb einer fremden Sprache, sondern für viel mehr. "Dahinter stehen Kultur, Menschlichkeit und Empathie. Es ist ein Kennenlernen unterschiedlicher Mentalitäten. Jeder ist anders. Verständnis für diese Andersartigkeit ist die Grundlage für Frieden", betont Anemüller. Sie macht deutlich, dass sie Austausche mehr als nur begrüßt, denn diese verbinden Menschen und schaffen Brücken des Verständnisses. In diesem Zusammenhang bringt die Bürgermeisterin das Stichwort Erbfeindschaft ein. Ein Begriff, der den 23 Schülern so gut wie nichts mehr sagt.

Anemüller berichtet von der einst bestehenden Erbfeindschaft zwischen Deutschland und Frankreich, aufgrund der vorausgegangenen Kriege. Franzosen hielten Deutsche für schlechte Menschen. Ein Relikt, das durch mannigfaltigen Austausch und das damit verbundene Kennenlernen eliminiert werden konnte.

Ein Schüler, dessen Mutter Polin ist, berichtet davon, dass auch in Polen noch solche Feindbilder existierten. "Wenn wir dort im Urlaub deutsch sprechen, werden wir schlechter behandelt, als wenn wir uns auf Polnisch unterhalten", erzählt er. Was Anemüller erstaunt, ist die Tatsache, dass die Schüler die Partnerstädte von Viersen nicht kennen. Eine Tatsache, der im Gespräch Abhilfe verschafft wird.

Die Stadt Viersen profitiert von EU-Fördergeldern. "Ohne die wäre vieles in Viersen nicht umzusetzen", bemerkt Anemüller. Angefangen von Fördermitteln für grenzüberschreitende Kooperationsprojekte von Sportvereinen bis hin zu Austauschprogrammen von Schulen. Auch Unternehmen können von diesen Geldern profitieren. Die Bürgermeisterin erinnert daran, dass Viersen multikulturell ist. Die griechische Gemeinde gibt es seit Jahrzehnten in der Kreisstadt, die Moschee mitten in der Viersener Innenstadt gehöre zum Leben dazu, Flüchtlinge seien integriert. "Wir haben die Integration in Viersen gut hinbekommen. Wobei Sprache sowie die Anerkennung der Grundwerte die Schlüssel sind", betont Anemüller. In Viersen stecke viel Zuwanderung. Das müsse nicht immer die erste Generation betreffen, fügt sie an. Eine Aussage, die die Schüler zum Nachdenken anregt. Großeltern, die aus den Niederlanden stammen, aus England gekommen sind oder von Frankreich einwanderten - so mancher Schüler ist ebenfalls Kind von Immigranten. Bianca Treffer

(tref)
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