Erfahren, wo Ehrenamtlern in Viersen der Schuh drückt

Ehrenamtstour : Erfahren, wo Ehrenamtlern der Schuh drückt

Es kommt oft vor, dass Ehrenamtler gelobt werden. In Sonntagsreden. Dass sie unverzichtbar seien. Undsoweiter. Es kommt selten vor, dass jemand aus der Staatskanzlei zu ihnen kommt, um mal nachzufragen, wo es klemmt, wo der Schuh drückt.

Gestern Nachmittag war Detlef Berthold, Ministerialrat der Abteilung Ehrenamt in der NRW-Staatskanzlei, in Viersens Fußgängerzone an der Hauptstraße unterwegs, lud Ehrenamtler ein, von ihrer Arbeit zu berichten. Wie beispielsweise die pensionierte Lehrerin Monika Czupalla, die an ihrer alten Arbeitsstätte, der Albert-Schweitzer-Schule, Leseförderung gibt. Und im Bekanntenkreis für ihre guten Kontakte zu verschiedenen Einrichtungen bekannt ist. „Ich sammle Spenden, ob Kronkorken, Kleidung oder Hilfsgüter und reiche sie dann an ein Dutzend Hilfsorganisationen weiter“, erklärt sie. „Schon im Elternhaus habe ich gelernt, dass man nichts wegschmeißen soll, was noch in Ordnung ist. Heute heißt das wohl ,Nachhaltigkeit’.“ „Und wo drückt der Schuh?“, will Ashkira Elmi vom Team der Ehrenamtstour wissen. Czupalla denkt längere Zeit nach. „Vielleicht am Geld“, sagt sie. „Manchmal wasche ich die Kleidung, bevor ich sie an die Hilfsorganisation gebe. Das kann ich mir auch leisten. Aber vielleicht würden mehr Leute mithelfen, die sich das zurzeit nicht leisten können.“ Berthold ist von der Resonanz in Viersen begeistert, nennt sie „hervorragend“. „Wir sind sehr zufrieden, auch die Bürgermeisterin war da, Vertreter der Stadt stehen uns zur Seite, das zeigt, welchen Stellenwert das Ehrenamt hier hat.“ Am morgen waren sein Team und er in Nettetal, am Samstag geht’s weiter nach Krefeld und Mönchengladbach.

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