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Diskussionsrunde im Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium in Viersen

Viersen : Konsum und Klimanotstand

In Viersen soll der Klimanotstand ausgerufen werden – das fordern die Schüler von „Fridays for Future“ (FFF) Viersen. Um darauf aufmerksam zu machen und auch der Kommunalpolitik Gelegenheit zu bieten, sich dazu zu äußern, organisierten Schüler des Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums (EVR) eine Diskussionsrunde.

Samuel Nellessen (18) und Lisa Kalverkämper (17), federführende Organisatoren der FFF-Bewegung in Viersen, moderierten. „Der Klimanotstand-Antrag ist genau das, was wir jetzt brauchen“, sagte Ingo Wolff, Mitglied bei den Grünen. Dirk Lenzkes (SPD) führte mehrmals an, dass die derzeitige Entwicklung ihn an die Debatte und Herausforderungen zu Umweltschutz aus den 80er-Jahren erinnere. Dabei knüpfte er an die 1972 vorgestellte Studie zum Wirtschaftswachstum „Die Grenzen des Wachstums“ an und an den Begriff „Postökonomie“. So wird eine Wirtschaft bezeichnet, die ohne Wachstum des Bruttoinlandsprodukts stabile Versorgungsstrukturen ermöglicht, aber mit einem reduzierten Konsumniveau einhergeht. An dieser Stelle knüpfte auch Christoph Jung (Linke) an: „Wir sterben an diesem ganzen Konsum, deshalb bin ich dafür, die Gesellschaft zu verändern.“ Auch Jürgen Moers (CDU) sah einen besonderen Schwerpunkt im Konsumverhalten sowie in der Art der Fortbewegung. Dazu gehöre beispielsweise, selbst bei Entscheidung gegen die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln auf ein klimafreundliches Fahrzeug zu setzen. Fahrzeuge mit Stromantrieb sah Lenz hingegen als Übergangslösung, unter anderem aufgrund der Herstellung und der Rohstoffe, die für die Akkus benötigt werden. „Langfristig setzt sich hoffentlich die Brennstoffzelle durch.“ Für intensive Debatten sorgte auch die Frage, ob Anregungen für klimafreundliches Handeln wirksamer seien als Verbote. Zum Schluss waren sich fast alle Teilnehmer einig, dass Anregungen wichtig seien, aber manche Dinge klar geregelt sein müssten und an geeigneter Stelle Verbote immer noch ein wirksames Mittel seien. Eric Scheuerle (FDP) sah hingegen die beste Lösung darin, auf innovative Ideen zu setzen und Anreize zu schaffen: „Dass Verbote nicht inspirieren, ist genau richtig.“

(juz)