Andreas Klatt unterbricht zurzeit seine Radreise nach Vietnam

Zurück in Viersen : Andreas Klatt unterbricht zurzeit seine Radreise nach Vietnam

Der 34-Jährige hatte sich vorgenommen, bis Mai 2020 die 17.000 Kilometer lange Strecke bis Vietnam zu radeln.

Manchmal kommt es im Leben anders als man denkt. Diese Erfahrung musste nun auch Andreas Klatt machen. Der 34-Jährige hatte sich vorgenommen, bis Mai 2020 die 17.000 Kilometer lange Strecke bis Vietnam zu radeln. Bis Ankara war er bereits gekommen, als ihn ein familiärer Notfall zurück nach Viersen holte. Seine Mutter musste operiert werden, benötigte zwei neue Herzklappen. Klatt unterbrach die Reise nach knapp 6.000 Kilometern, flog zurück in die Heimat. Nachdem die beiden Operationen gut verlaufen sind, wird er Anfang Dezember seine Reise fortsetzen. „Dann geht es meiner Mutter wieder so gut, dass es für mich okay ist, wieder weg von zu Hause zu sein“, so Klatt. Um die ausgesetzte Zeit wieder aufzuholen, wird er voraussichtlich den Oman auslassen und zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Denn klar ist: Er wird immer wieder zu Fahrradreisen aufbrechen, hat jetzt bereits viele neue Ideen für zukünftige Fahrradreisen gesammelt. „Vielleicht werde ich meine Reise auch um einen Monat verlängern, aber das werde ich während der Reise entscheiden.“ Ein Gutes kann er der ganzen Sache abgewinnen: „Dass diese OP in meinen Reisezeit fiel, war  vielleicht gar nicht das Schlechteste, da ich mich komplett auf meine Mutter konzentrieren konnte und einfach viel Zeit hatte.“ Für Andreas Klatt ist klar: „Das Leben schreibt eben seine eigenen Geschichten.“ Und führte ihm die Unterschiede zwischen den Ländern deutlich vor Augen:  „Wie grün der Niederrhein ist und wie bunt der Herbst sein kann?“ Zudem sei der Straßenverkehr sehr geordnet, überhaupt die ganzen Städte. Gleichzeitig fiel Klatt in Deutschland auf, wie viel Geld hier auf den Straßen herumfährt. „Aber auch, wie gestresst mir vieles hier vorkam, und ich mich innerlich nach dem ,Warum eigentlich?’ fragte.“

Vor seinem Rückflug war er in der Zentraltürkei unterwegs und fand in Kapaadokien ein „optisches Highlight“: „Es wirkt wie ein Ort aus dem Märchenland. Als am Morgen auch noch Dutzende Heißluftballons zum Sonnenaufgang in den Himmel stiegen, war der Moment perfekt.“ Danach ging es ans Schwarze Meer, wo er nach 5.100 km seinen ersten Platten hatte. „Aber alles Negative hat auch was Positives:  Ich wurde von einem jungen Pärchen aufgesammelt, das mich an die nächste Tankstelle brachte. Und nachdem der Schlauch geflickt war, luden sie mich noch zu einer Fischplatte ein.“

Zähneputzen vor dem Zelt. Mit dem Rad kam Klatt bis in den Osten der Türkei. Sein Ziel: Vietnam. Foto: Klatt
Andreas Klatt in Kapadokien Fahrradreise nach Vietnam. Foto: Klatt

Nach dem Rückflug aus Deutschland steht als nächstes der Iran auf dem Reiseplan. Ein Land, das laut seiner Internetrecherche viel negative Berichterstattung bietet: „Trump, Verbote bzw. dort geltende Gesetze und Strafen, die einem zuwider sind, das Atomabkommen, politische Provokationen und vieles mehr.“ Doch Klatt lässt sich davon nicht abhalten: „Als Fahrradreisender erhält man im direkten Kontakt mit den Menschen ein vollständig anderes Bild. Ein Bild fernab der Weltpolitik. Ich bin sehr gespannt!“