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7000 Euro für Burundi-Hilfe erradelt

Engagement in Brüggen : 7000 Euro für Burundi-Hilfe erradelt

Was der Borner Friedhelm Leven bei seiner Abschiedstour nach Dänemark erlebte. Er arbeitet weiter an seinem Ziel, Spenden für Burundi zu sammeln.

Friedhelm Leven (63) aus Brüggen-Born ist 700 Kilometer für die Burundi-Hilfe geradelt  – über den Heerweg von Bad Bramstedt nach Frederikshavn in Dänemark. Sieben Tage brauchte er für seine „Bene-Fits-Tour“.

„Die Idee entstand 2021 bei meinem aktiven Ausscheiden aus der Brachter Firma Laumans. Die dänischen Partner des Dachziegelherstellers wollten mir ein Geschenk machen. Da habe ich kurz überlegt und gesagt ‚Ich komme Euch besuchen‘“, erzählt Friedhelm Leven, der regelmäßig radelt.

Mit seiner Reise wollte er aber auch etwas Gutes tun und entschied, eine Strecke von ursprünglich 500 Kilometern mit dem Rad zu fahren als Sponsorentour. Leven  suchte Unterstützer und warb dafür, die gefahrenen Kilometer mit einer Spende für den Verein Burundi Hilfe, in dessen Vorstand er ehrenamtlich tätig ist, zu honorieren. „In Dänemark hatte ich verschiedene Unterkünfte ausgesucht und so kamen dann zur ursprünglich geplanten Strecke nochmal 100 Kilometer dazu“, sagt er lächelnd. „Der Clou war dann, dass es in Dänemark einen Kollegen gibt, der auch fahrradaffin ist und eine Strecke mitfahren wollte. Er wollte dann den Heerweg bis Frederikshavn fahren, so kamen dann nochmal 100 Kilometer zusammen. Da wurde ich erneut gefordert und das war die Krönung für mich“, betont er. Vor dem Start sei er doch nervös gewesen, ob er sich nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt habe. Er ist trainiert, fuhr er doch bei entsprechendem Wetter immer mit dem Rad von Born aus zur Arbeit nach Bracht.

 Friedhelm Leven nach der Rückkehr in seinem Garten mit einem Geschenk aus Afrika: einer Figur von ihm auf einem Lastenfahrrad. 
  Foto: bigi
Friedhelm Leven nach der Rückkehr in seinem Garten mit einem Geschenk aus Afrika: einer Figur von ihm auf einem Lastenfahrrad. Foto: bigi Foto: bigi
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„3000 Euro an Spenden standen vorher schon fest. Und ich bin sicher, dass wir die 7000 Euro noch knacken. Ich bin noch knapp darunter und werde den Rest auch selbst auffüllen“, sagt Friedhelm Leven.

Er berichtet von einem Bauernhof, wo er sich einquartiert hatte: Die Familie dort war von seiner Tour und der Idee dahinter so begeistert, dass sie spontan eine symbolische Spende gab.

„Von den Geschäften hier, die mich unterstützt haben und von den Kollegen auch so eine Wertschätzung zu erfahren, war klasse. Schöner kann man sein Berufsleben doch nicht beenden und dann wird auch noch etwas Gutes damit getan. Das war die Hauptsache“, meint Leven.

Das Geld soll für Projekte in Burundi verwendet werden, wo der Verein ein Waisenhaus und ein Bildungszentrum unterstützt. Zwei Mitarbeiter der Formation Stamm, die sich dort um das Waisenhaus und die Bildungseinrichtung kümmern, waren gerade zu Besuch in Deutschland. Sie erzählten, dass vor allem Benzin teuer und knapp in Burundi ist. „Wenn ein Landarbeiter für seine Familie etwa 50 Euro im gesamten Monat verdient und das Benzin dann zwei Euro pro Liter kostet, dann ist das für die Menschen gar nicht machbar. Wenn man dann auf ein Auto angewiesen ist, ist das schon sehr schwer“, erzählt Friedhelm Leven.

Mit den Spenden sollen die entstehenden höheren Kosten vor Ort auch für die Schule aufgefangen werden. Gefreut hat sich Leven sehr über ein kleines Präsent, das er von seinen afrikanischen Gästen erhalten hat: eine kleine Figur auf einem Lastenrad, handgefertigt für Friedhelm Leven.

Der Verein Burundi Hilfe möchte gerne ein weiteres Kinderheim in Burundi unterstützen. „Das hieße aber, jedes Jahr nochmal 18.000 bis 20.000 Euro zu akquirieren. 30 Mädchen und Jungen sind da untergebracht, aber die haben den Träger für das Heim verloren“, sagt Leven. Die Fondation Stamm, Kooperationspartner des Brüggener Vereins, kümmere sich um solche Einrichtungen, wo auch Jugendliche, die auf der Straße leben, untergebracht und aufgefangen werden. „Das wäre eine schöne Ergänzung zum Waisenhaus und zu dem Ausbildungsbetrieb. Aber ob das auch klappt, das wird sich noch zeigen müssen“, meint der Borner nachdenklich.