Stadt Viersen setzt auf exotische Bäume gegen die Folgen des Klimawandels

Gegen den Klimawandel : Viersens neue Bäume

Sie kommen aus Taiwan, man kennt sie aus Rom: In Viersen werden jetzt zahlreiche neue Baumarten gepflanzt. Sie sollen besser mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen als ihre erkrankten Vorgänger.

In der Stadt Viersen setzen die Mitarbeiter der Städtischen Betriebe in diesen Tagen zahlreiche exotische neue Bäume. Zum Beispiel Kanadische Judasbäume, die eigentlich in China und Taiwan beheimateten Blaseneschen, aber auch Apfeldornen, die besonders in Vatikanstadt häufig zu sehen sind, und den aus den Vereinigten Staaten stammenden Trompetenbaum. All diese Arten sollen mit den Anforderungen des Klimawandels besser zurechtkommen als ihre Vorgänger, die oft krankheitsbedingt gefällt werden mussten. „Ausgewählt wurden dafür Baumarten, die auf die jeweiligen Standorte angepasst sind“, erklärt Stadtsprecher Frank Schliffke. Damit solle einerseits sichergestellt werden, dass die neuen Exemplare sich gut entwickeln. Andererseits seien ökologische Aspekte wie Bienenfreundlichkeit besonders berücksichtigt worden.

Während auf den Süchtelner Höhen und im Hohen Busch die Zahl der neu gepflanzten Jungbäume bald in die Zehntausende geht, sind bei den Stadtbäumen die Zahlen nicht so hoch. 40 Bäume werden in diesem Frühjahr insgesamt gepflanzt, erklärte der Stadtsprecher. Er betont: In der Stadt nehmen viel mehr Menschen wahr, dass auch dort Ersatz für ausgefallene Bäume geschaffen wird. Zudem seien die Bäume, die in der Stadt gesetzt werden, deutlich größer als die Jungpflanzen im Wald.

Allerdings sind es nicht nur Trockenheit und Krankheiten, die den Bäumen in der Stadt zu schaffen machen. „Manchmal sind es unmittelbare menschliche Einflüsse“, so Schliffke. So zum Beispiel im Fall der zwei Kugelahorne, die jetzt im Robend am Nordkanal neu gesetzt wurden. Diese Bäume waren in der Nacht zum 1. Mai 2018 von Menschenhand so stark beschädigt worden, dass sie nicht überlebten. „Leider werden immer wieder Bäume in dieser Nacht geschädigt. Besonders ärgerlich ist das deshalb, weil die Waldjugend in Zusammenarbeit mit der Stadt Maien auf den Süchtelner Höhen anbietet“, sagt der Stadtsprecher. Das koste zwar eine kleine Spende und etwas mehr Mühe, sei aber wesentlicher nachhaltiger als das Abrupfen halber Bäume aus der Allee entlang des Nordkanals.

Am Wasserbecken des Nordkanals hat die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche jetzt auch eine neue Pflanzungsform verwendet. Statt wie bisher durch einen kleinen Erdwall wird der Gießrand jetzt mit einer Kunststoffbegrenzung gestaltet. Das erinnert an wenig an Rasenkanten. Die neue Bauform ist dauerhafter als die gewohnte Gestaltung. Und anders als die bisherige Methode leidet sie nicht unter Witterungseinflüssen oder Tieren und Menschen, die nahe an den Baum herantreten. Wenn sie ihren Dienst getan hat, kann sie außerdem einfach entfernt werden, ohne dass der Boden rund um den Baum neu eingeebnet werden muss.

Die beiden Kugelahorne am Nordkanal sind nur ein Teil der laufenden Neupflanzungen. Auf den Friedhöfen in Dülken, Süchteln und Löh sind jetzt Blasenbaum, Goldgleditschie, Apfeldorn, Kanadischer Judasbaum und Trompetenbaum neu gesetzt worden. Weitere Standorte für neue Bäume und Gehölze sind beispielsweise Schündelenhöfe mit 15 hochstämmigen Obstgehölzen oder der Kreisverkehr Josefsring. An der Regentenstraße werden vier Exemplare des Zweigriffeligen Weißdorns für Belebung sorgen.

Am Busbahnhof Dülken werden drei Tulpenbäume die durch Trockenheit geschädigten Bäume an diesem Standort ersetzen. Drei Ebereschen kommen bald an den Ostwall. Ein Schlafbaum und eine Blütenkirsche ergänzen in Kürze das Bild im Bereich der Großtagespflege an der Mosterzstraße; dort standen bisher Zypressen. Und das Grün an der Gesamtschule im Rahser wird mit einem Trompetenbaum ergänzt.

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