Viersen: Stadt schafft stille Versteigerung von Fundrädern ab

Viersen: Stadt schafft stille Versteigerung von Fundrädern ab

Im Dülkener Rathaus wurden gestern zum letzten Mal gefundene, nicht abgeholte Fahrräder versteigert. Künftig setzt die Verwaltung auf eine Online-Versteigerung

Reifen überprüfen, Lampen testen, mögliche Kratzer absuchen — Ana Rumens und ihr Sohn Hendrik haben die Fahrräder im städtischen Fundbüro des Dülkener Rathauses unter die Lupe genommen. Bei einer stillen Fahrradversteigerung hofften sie, ein Schnäppchen zu machen. "Meine Tochter studiert in Münster und braucht dort ein neues Fahrrad. In der Zeitung hab ich von der Versteigerung gelesen, und deshalb sind wir spontan vorbeigekommen", erzählte sie.

Eine stille Versteigerung funktioniert ohne einen Auktionator. Wenn den Besuchern ein Fundstück gefällt, geben sie auf einem Zettel ihr Gebot ab und werfen ihn in eine Box. Derjenige, der das höchste Gebot abgibt, ist der neue Besitzer. So kommen ganz unterschiedliche Gebote zustande: "Mal sind es nur zehn, manchmal mehr als 100 Euro", sagte George Barbee, Mitarbeiter des Fachbereichs Ordnung und Sicherheit.

Gefunden wurden die Fahrräder an Laternen, in Feldern oder Büschen. Zum Teil handelt es sich auch um gestohlene Räder, die von der Polizei zur Verfügung gestellt wurden. Neben 35 Fahrrädern standen aber auch einige Kinderwagen und ein Rollator zum Verkauf.

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Bevor die Fundsachen versteigert werden, versuchen die Mitarbeiter des Fundbüros, den Besitzer zu finden. Die Gegenstände werden von ihnen sechs Monate lang im Fundbüro aufbewahrt. So lange dauert die gesetzliche Frist, erklärte Barbee. Wenn sich der Besitzer nicht finden lässt, werden die Fundstücke versteigert. Die Gegenstände, für die kein Gebot reinkommt, spendet das Fundbüro beispielsweise an die LVR-Klinik.

Jedoch konnten Interessenten gestern zum letzten Mal an einer Versteigerung in dieser Form teilnehmen. Bald soll auf ein elektronisches Verfahren umgestiegen werden, teilte Thomas Ricker, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Sicherheit, mit. Dafür werden in Zukunft Fotos der Fundstücke ins Internet gestellt. Dann können Interessierte online darauf bieten.

Neben Fahrrädern werden aber auch ziemlich skurrile Dinge im Fundbüro abgegeben, erzählte Ricker: So werden zum Beispiel regelmäßig Gebisse abgegeben. Dabei sei es auch schon mal vorgekommen, dass eine Frau ein gefundenes Gebiss anprobieren wollte, um zu prüfen, ob es denn ihres ist — war es aber nicht.

(RP)