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Staatsanwaltschaft fordert mehrjährige Haftstrafe für zwei Männer aus Viersen wegen Verabredung zum Mord und Menschenraubs

Prozess am Landgericht Mönchengladbach : Mehrjährige Haftstrafe für zwei Viersener gefordert

Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern Verabredung zum Mord und erpresserischen Menschenraub vor.

Im Prozess um die Verabredung zu einem Mord aus Habgier, erpresserischen Menschenraubs und gefährlicher Körperverletzung hat der Staatsanwalt am Freitag am Landgericht Mönchengladbach mehrjährige Haftstrafen für die beiden Hauptangeklagten aus Viersen gefordert.

Die Viersener, 30 und 34 Jahre alt, sollen im Februar einen Bekannten in einer Wohnung an eine Heizung gefesselt, ihn über mehrere Stunden misshandelt und versucht haben, so Geld von seiner Familie zu erpressen. Später sollen sie vorgehabt haben, den Mann zu töten, um ihre Täterschaft zu verschleiern. Das Opfer konnte sich, als die Angreifer sich schlafen legten, befreien und flüchten. Der Mann erlitt mehrere tiefe, teilweise bis auf die Muskulatur gehende Schnitt- und Stichverletzungen sowie einen laut behandelndem Arzt „nicht unerheblichen Blutverlust“.

Was laut Staatsanwalt für die beiden Täter spräche, seien ihre Teilgeständnisse und die gezeigte Reue. Der 30-jährige Angeklagte sei jedoch bereits wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft, für ihn forderte er acht Jahre Haft, sein Verteidiger vier Jahre und sechs Monate.

Der 34-Jährige, dem eine Sachverständige Einstiegsmerkmale für eine krankhafte seelische Störung bescheinigte, bemühe sich laut Staatsanwalt um einen Täter-Opfer-Ausgleich, sei jedoch ebenfalls vielfach vorbestraft. Durch den Drogenmissbrauch sei seine Steuerungsfähigkeit, nicht jedoch die Einsichtsfähigkeit, zum Tatzeitpunkt eingeschränkt gewesen. Die Tatausführung sei erheblich gewesen und habe starke Auswirkungen auf das Opfer gehabt. So sei der 30-Jährige laut Aussage des Geschädigten bei der Tat brutaler gewesen, habe auch dessen Papiere mit den Worten „Tote brauchen keinen Ausweis“ zerschnitten. Dazu komme die Vielzahl der zugefügten Verletzungen sowie die lange Zeit, in der der Mann misshandelt worden sei. Daher forderte er für diesen Angeklagten insgesamt neun Jahre Haft sowie die Unterbringung in einer Entzugsklinik. Sein Verteidiger forderte für den Mann fünf Jahre und sechs Monate und die Unterbringung. Der Nebenkläger forderte im Namen des Opfers eine gerechte Strafe, ohne ein konkretes Strafmaß zu benennen. Durch das Verfahren sei diesem vor Augen geführt worden, „was er für ein Glück gehabt hat, „davon entkommen zu sein“.

Mitangeklagt ist ein Mönchengladbacher (43): Er soll gemeinsam mit dem 34-jährigen Viersener zwei weitere Morde geplant haben, die jedoch nicht ausgeführt wurden. Dafür forderte der Staatsanwalt für den Gladbacher drei Jahre Haft. Das Urteil wird für den 31. Oktober erwartet.