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St. Remigius Viersen bekommt neuen und verabschiedet alten Kantor

Kirchenmusik in Viersen : Kantorenwechsel in St. Remigius

Thorsten Konigorski verlässt nach 20 Jahren im Dienst Mitte Juni die Pfarre St. Remigius. Bereits 14 Tage später tritt der Düsseldorfer Kirchenmusiker Michael Park seine Nachfolge an.

„Wenn es die stark kirchenmusikalisch geprägten Düsseldorfer Pfarrgemeinden St. Lambertus und St. Maximilian nicht gäbe, wäre ich vermutlich nicht Kirchenmusiker geworden“, erzählt Michael Park. Der sehr wach und offen wirkende 27-Jährige wird am 1. Juli die Nachfolge von Thorsten Konigorski antreten und dann – zu 100 Prozent angestellt – für den gesamten Bereich Alt-Viersen verantwortlich sein.

Park, dessen Eltern einst aus Südkorea nach Deutschland eingewandert sind, bezeichnet sich als „echter Düsseldorfer Jung“. Er wuchs dort im Altstadtbereich auf, war jahrelang Messdiener und kam dadurch schon früh mit der in den vorgenannten Kirchen intensiv gepflegten sakralen Musik in Berührung. Sein Studium, das er bereits im vergangenen Jahr abschloss, absolvierte Park an der Kölner Musikhochschule (Orgel: Thierry Mechler – Chor- und Orchesterleitung: Reiner Schuhenn). Zurzeit vertieft Park seine Chorleiterfähigkeiten an der Folkwang-Hochschule in Essen bei Jörg Breiding, dem Leiter des Knabenchores Hannover. Schon während des Studiums in Köln nahm der immer um Praxis bemühte und sehr flexibel wirkende junge Musiker eine B-Stelle in Düsseldorf an. Hier initiierte er beispielsweise mit seinem evangelischen Kollegen eine „Bike-Orgel-Tour“ durch Düsseldorf.

Elf Mitbewerber um die Stelle an St. Remigius konnte Park übertrumpfen, suchte und fand eine Wohnung in Viersen und freut sich nun voller Neugierde auf die neuen Herausforderungen. Er spielt so gerne Orgel wie er Chöre leitet und möchte auch pädagogisch arbeiten, was gerade bezüglich des Nachwuchses unabdingbar ist. Für Thorsten Konigorski (48), der als Referent für Kirchenmusik und als Orgelsachverständiger nach Vechta geht und dann für den Nord-, also den niedersächsischen Teil des Bistums Münster zuständig sein wird, ist es ein beruhigendes Gefühl, die Fortsetzung seiner Arbeit in Viersen in so guten Händen zu wissen.

Vor 20 Jahren kam der gebürtige Kevelaerer, der in Aachen 1994 sein A-Examen ablegte, danach bei Carlo Hommel Orgel und bei Anselm Hartmann Klavier studierte, nach Viersen. Vorher war er einige Zeit Kantor in Nettetal-Breyell. Konigorski, der die Nachfolge von Hans-Wilhelm Hoff antrat, belebte die Kirchenmusik nachhaltig, zunächst in St. Remigius, nach und nach in immer mehr Viersener Gemeinden. Er setzte sich dafür ein, dass die Kirche eine ausgezeichnete Chororgel bekam, führte die Chöre trotz mancher Widerstände zu gemeinsamen Projekten zusammen, pflegte den Choralgesang, konnte viele Kinder für das Singen begeistern und führte immer wieder große Messen und Oratorien auf.

Erinnert sei vor allem an das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart, das im Jahre 2002 am Allerseelentag im Rahmen einer ganz in lateinischer Sprache gehaltenen Messfeier erklang, an die „Matthäuspassion“, den „Paulus“, den „Messias“, das „Deutsche Requiem“ oder die Bach‘sche „Johannespassion“.

Konigorski hinterlässt seinem Nachfolger ein gut bestelltes kirchenmusikalisches Betätigungsfeld, das von zwei Priestern geleitet wird, die Musik wertschätzen.