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St.-Irmgardis-Hospital setzt neuen Schwerpunkt auf Schönheits-OPs

Süchteln : Klinik setzt auf Schönheits-OPs

Das St.-Irmgardis-Krankenhaus in Süchteln baut den Bereich der ästhetischen Chirurgie aus - und legt dabei Wert auf Seriosität. Dazu ist Chefarzt Tobias Köppe ans Haus geholt worden.

Das St.-Irmgardis-Krankenhaus in Viersen-Süchteln will als erste Klinik im Kreis Viersen einen Schwerpunkt bei ästhetischer Chirurgie setzen. Laut der Arztsuche der Kassenärztlichen Vereinigung gibt es keinen niedergelassenen ästhetischen Chirurgen im Kreis Viersen.

Der neue Chefarzt Tobias Köppe, selbst Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, soll den Bereich ausbauen, unterstützt von den beiden Oberärzten Steven Lowis und Esther Schmeldtenkopf-Wilken. Der 46-Jährige war in den vergangenen vier Jahren Leitender Arzt in dem neugeschaffenen Bereich der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie/Handchirurgie am Helios-Klinikum Siegburg.

Die Plastische Chirurgie gehört schon seit Jahrzehnten zum Leistungsspektrum des Süchtelner Krankenhauses. Die Ästhetische Chirurgie ist eines der vier Standbeine der Plastischen Chirurgie - neben Hand-, Verbrennungs- und Rekonstruktiver Chirurgie. Zum Leistungsspektrum gehören nun also auch Brustvergrößerungen, -verkleinerungen und -straffungen. Es werden Schlupflidkorrekturen und Fettabsaugungen angeboten, ebenso Gesäß-, Brust-, Oberarm-,  Oberschenkel- und Ganzkörperstraffungen. Köppe, der auch viele Jahre in der Verbrennungschirurgie arbeitete, sagt: „Viele Patienten, die ästhetische Operationen wollen, sind nicht krank. Aber sie leiden trotzdem.“

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In seiner Zeit in Siegburg bekam er auch mit, wenn Patienten per Rettungswagen in sein Krankenhaus gebracht werden mussten, weil bei einem ästhetischen Eingriff etwas schiefgelaufen war. „,Schönheitschirurg’ ist kein geschützter Begriff“, erklärt Köppe. Und nach einem höchstrichterlichen Urteil darf auch ein Zahnarzt eine Brustvergrößerung durchführen - er hat ja die Approbation. In Süchteln setzt man deshalb bewusst auf Seriosität. „Wir haben eine eigene Anästhesie, eigene Rufdienste und natürlich auch die eigene Intensivstation“, sagt Köppe. Und mit ihm einen Arzt mit entsprechender Operationserfahrung.

Die Aufklärung von Patienten ist ihm wichtig. Dass sich beispielsweise eine Nase nach der Operation noch einmal verändern kann - und Köppe solche Operationen daher eher kritisch sieht. Dass nach einer Straffung eine kleine Narbe bleiben kann. „Wobei sich eigentlich immer zeigt: ,Form schlägt Narbe’“, sagt der 46-Jährige. Die Patienten nähmen eine kleine Narbe gern in Kauf, wenn sie sich dafür in ihrem Körper wohler fühlten. Was auch damit zusammenhängen kann, dass sich die Nähtechnik weiterentwickelt hat. „Das sieht nicht mehr aus wie eine Strickleiter“, betont Köppe. „Wir arbeiten mit selbstauflösenden Fäden, das ist alles zart.“ Zum Teil werde auch geklebt statt genäht.

Es ist ein großer Markt, von dem sich das St.-Irmgardis-Hospital nun einen Teil holen möchte. 10,7 Millionen schönheitschirurgische Eingriffe gab es weltweit im Jahr 2017, schätzt die International Society of Aesthetic Plastic Surgery. Tendenz: weiter steigend. „Die meisten Menschen, die ästhetische Medizin in Anspruch nehmen, möchten nicht ihre Identität ändern. Im Allgemeinen möchten sie ihren Körper dem Lebensentwurf anpassen, vergleichbar einem Kleid“, sagte die Medizinpsychologin Ada Borkenhagen im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt. „Traditionelle Bindungen lösen sich auf. Der Körper wird zum Investitionsgegenstand, den man im Rahmen der Berufskarriere und der Partnersuche mehrfach im Leben anbietet.“