Zittriger Auftakt für Deutschland bei der Billard-WM in Viersen

Billard-WM: Zitterpartie für den neuen Bundestrainer

Christian Rudolph musste bei der Billard-WM bei seinem ersten Einsatz als Coach von Deutschland mit ansehen, wie sein Team hauchdünn 40:39 gegen Kolumbien gewann. Später folgte aber eine klare Niederlage gegen die Türkei.

Christian Rudolph hat schon so manche Schlacht geschlagen bei der Billard-WM für Nationalmannschaften in Viersen. Schließlich war er an vier WM-Titeln und noch an zahlreichen anderen Medaillengewinnen für Deutschland beteiligt. Doch seine Rückkehr nach Viersen in neuer Funktion als Bundestrainer hatte er sich offenbar entspannter vorgestellt. Doch seine Schützlinge Martin Horn (Essen) und Ronny Lindemann (Witten) bereiteten ihm einen nervenaufreibenden Einstand. Im ersten Gruppenspiel zitterten sich die beiden zu einem für den weiteren Turnierverlauf enorm wichtigen 40:39-Sieg gegen Kolumbien. Am späten Donnerstagabend folgte dann eine deutliche Niederlage 21:40-Niederlage gegen die Türkei.

„Wenn man hier draußen sitzt und das Spiel als Trainer verfolgt, ist das viel aufregender, als wenn man selber spielt“, sagte der 54-jährige Rudolph nach der Partie gegen die Kolumbianer. Wobei Horn und Lindemann ihm und den deutschen Anhängern in der für die frühe Uhrzeit gut gefüllten Festhalle auch eine besonders schwere Prüfung auferlegten. Denn in einer überaus spannenden Schlussphase wechselte die Führung stetig hin und her. Als dann aber Deutschland in der 27. Aufnahme eine Viererserie stieß und aus einem 35:38-Rückstand eine 39:38-Führung machte, hätte Martin Horn den Sack zumachen können. Doch sein Matchball ging knapp vorbei, die Südamerikaner glichen im nächste Versuch aus und hätten ihrerseits die 40 vollmachen können. Dann hätten die Deutschen im Nachstoß (Kolumbien hatte angefangen) zwar noch ausgleichen können, doch ob das unter dem Druck gelungen wäre, steht in den Sternen. Aber auch Kolumbien ließ die Chance aus. So ging es beiden Seiten noch zweimal, ehe dann Ronny Lindemann in der 30. Aufnahme den viel umjubelten Punkt zum 40:39-Sieg machte. Das bedeutete für das deutsche Duo einen Genenraldurchschnitt von 1,333 für das Match.

Nach dem deutschen Auftaktspiel gegen Kolumbien hatten Ronny Lindemann (l.) und Bundestrainer Christian Rudolph noch Redebedarf. Foto: David Beineke

So gab es also doch noch ein Happy End für die Bundestrainer-Premiere von Christian Rudolph, der im Vorfeld des Turniers Wolfgang Zenkner abgelöst hatte. „Das Material war nicht einfach. Dafür haben es die beiden wirklich toll gemacht“. meinte Rudolph. Martin Horn war nach der Partie auch nicht unzufrieden, zumal er große Stücke auf die Kolumbianer hält. Er war bis zur 20:13-Pausenführung der bessere Spieler im deutschen Team, danach baute er dann ab. „Da muss ich mich bei Ronny bedanken, dass er mich durchgezogen hat“, sagte Horn, der sogar glaubte, dass der knappe Sieg ein Schlüsselerlebnis für den weiteren Turnierverlauf sein könnte. Allerdings wurde dann nichts daraus, mit einem Sieg gegen die Türken schon vorzeitig die Zeichen auf Viertelfinale zu stellen. Jetzt müssen die Deutschen hoffen, dass die Türken am Freitag Kolumbien schlagen, während sie selbst ab 18 Uhr gegen Peru gewinnen. Dann wären sie sicher als Gruppenzweiter in der K.o.-Runde am Samstag dabei.

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