Zitterpartie für den SC Union Nettetal trotz starker Saison in der Oberliga

Fußball-Oberliga : Union zittert trotz starker Saison bis zum Ende

Analyse Für Aufsteiger SC Union Nettetal war der Verbleib in der Fußball-Oberliga bis zum letzten Spieltag ungewiss. Die 43 geholten Punkte hätten in den meisten Spielzeiten davor viel deutlicher zum Klassenerhalt gereicht. Ein Plus des SCU war der ausgeglichen besetzte Kader.

Als Aufsteiger in die Fußball-Oberliga predigten die Verantwortlichen des SC Union Nettetal schon fast gebetsmühlenartig, dass es bis zum Schluss gegen den Abstieg gehen würde. Und so kam es dann auch. Erst am letzten Spieltag gab es ein Happy End. Doch auch wenn es am Ende hauchdünn war, spielte die Mannschaft von Trainer Andreas Schwan eine starke Saison. Zum guten Gesamteindruck trugen auch die tollen Auftritte im Niederrheinpokal bei, dort war erst im Viertelfinale gegen RW Essen vor 1750 zahlenden Zuschauern in der Christian-Rötzel-Kampfbahn Endstation.

Abschlussplatzierung Der 14. Platz ist der letzte, der noch zum Klassenverbleib reichte. Die nackte Zahl könnte aber darüber hinwegtäuschen, dass die Nettetaler als Aufsteiger 43 Punkte einsammelten. Eine Zahl, die seit der Einführung der Oberliga Niederrhein fast immer locker gereicht hätte, um in der Klasse zu bleiben. Damit waren die Nettetaler punktgleich mit einem Traditionsverein wie ETB SW Essen, langjährige Oberligisten wie Düsseldorf-West, Hiesfeld und Speldorf mussten in die Landesliga.

Rückrunde Für die Nettetaler wurde der starke Start in die erste Oberliga-Saison der Vereinsgeschichte im zweiten Saisonabschnitt etwas zum Fluch. Die ganz starken zehn Punkte aus den ersten fünf Spielen konnte der SCU nicht wiederholen und hinkte von da ab permanent der eigenen Zielsetzung hinterher, das Ergebnis der Hinrunde von 23 Zählern zu wiederholen, um auf Nummer sicher zu gehen. Einer der bittersten Momente war die Schlussphase der Partie gegen den 1. FC Monheim, als aus einer 3:0-Führung noch ein 3:3 wurde. Nach dem 0:0 daheim gegen Mitaufsteiger SC Velbert sah es so aus, als würde es angesichts des Restprogramms der Konkurrenz nicht mehr zum Klassenverbleib reichen. Doch letztlich war auch dieses Unentschieden eines von fünf ungeschlagenen Spielen im Saisonendspurt, die den Nettetalern mindestens ein weiteres Jahr in der Oberliga bescherten. Unter dem Strich wurden es in der Rückrunde 20 Zähler, also nur drei weniger als im ersten Saisonabschnitt.

Stärken Neben dem Platz zeichnete es die Nettetaler aus, dass sie in durchaus vorhandenen kritischen Phasen nie die Ruhe verloren, Trainerteam und sportliche Leitung immer der Mannschaft ihr Vertrauen schenkten. Auf dem Platz konnten die Nettetaler immer dann überzeugen, wenn sie auf der Grundlage der fußballerischen Grundtugenden Einsatz, Wille, Laufbereitschaft und mannschaftliche Geschlossenheit ihre Idee von Umschaltfußball umsetzen konnte. Dann war auch die Defensive stabil, insgesamt 54 Gegentore sind ein ordentlicher Wert. Wobei im Laufe der Saison das Bemühen zu erkennen war, die Mannschaft auch spielerisch im eigenen Ballbesitz weiter zu entwickeln. Ein Plus war sicher auch die Ausgeglichenheit im recht großen und jungen Kader. Auch wenn Spieler, die zuvor wenig Einsatzzeiten hatten, gebraucht wurden, konnten sie meist überzeugen. Auch ein Zeichen für einen guten Teamgeist.

Schwächen Die Spielidee der Nettetaler, mit ihren schnellen Offensivspielern nach Balleroberung über Konter zum Erfolg zu kommen, war relativ schnell entschlüsselt, so dass gerade die Mannschaften ohne die ganz großen Namen dazu übergingen, die Union mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen. Daraus ergab sich, dass Nettetal gegen alle Topteams der späteren Abschlusstabelle punkten konnte, sich aber gegen vermeintlich auf Augenhöhe befindliche Teams unheimlich schwer tat. So gab es etwa gegen Kleve, Hilden und den späteren Absteiger SC Düsseldorf-West nicht einen einzigen Punktgewinn. Das wäre Nettetal fast zum Verhängnis geworden. Nur 41 geschossene Tore des SCU waren zusammen mit Schlusslicht FSV Duisburg der schlechteste Wert der Liga.

Personalien Auch als es in der Hinrunde nach den Abgängen von Tobias Gorgs, Moritz Münten und Markus Keppeler so schien, als könnte der große Kader durch unzufriedene Spieler zum Nachteil werden, hatte das keine nachhaltigen Folgen. Die Mannschaft folgte dem Trainer uneingeschränkt. In der Winterpause gelang mit der Verpflichtung von René Jansen vom SV Straelen ein Transfercoup. Für die neue Spielzeit wurde die Mannschaft noch einmal verjüngt, indem Routiniers wie Blerim Rrustemi (1. FC Viersen), Michael Enger (VfR Fischeln) und Bastian Levels (SC Düsseldorf-West) durch teils deutlich jüngere Spieler wie Drilon Estrefi (SV Straelen), Mihai Bogoiu (VfB Hilden), Luca Esposito (U19 Borussia Mönchengladbach) und Pascal Gubala (TSV Kaldenkirchen) ersetzt wurden. Kürzlich wurde im 27-jährigen James Jack Hobson-McVeigh (SC Düsseldorf-West) noch ein erfahrenerer Mittelfeldspieler dazu geholt. Eine weitere Verpflichtung in der Vorbereitung ist nicht ausgeschlossen.

Vorbereitung Los geht’s am Donnerstag. Höhepunkt wird ein Testspiel am 10. Juli gegen den Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück, wenn der im Rahmen seiner Vorbereitung in den Niederlanden gastiert. Neben der Teilnahme am Burgpokal sind noch Partien gegen die DJK Giesenkirchen (7.7.), die Spvgg Sterkrade-Nord (13.7.), den FC Wegberg-Beeck (17.7.), die VSF Amern (21.7.) und den FC Köln-Hürth (31.7.) geplant.

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