Willi Kehrberg von den VSF Amern und Andreas Schwan von Union Nettetal finden neue Regeln gut

Fußball : Von der Regionalliga bis zur Kreisliga C

Der Westdeutsche Fußballverband beschloss zwei Regeländerungen, die für alle Amateurspiele in seinem Zuständigkeitsbereich Gültigkeit haben. Bei zwei Trainern aus dem Grenzland kommen sie schon mal gut an.

Auch bei den Amateurfußballern im Grenzland läuft aktuell die Vorbereitung auf die neue Saison auf Hochtouren. Doch in diesem Sommer müssen sich Vereinsverantwortliche, Trainer und Spieler nicht nur mit organisatorischen Fragen, einem optimalem Training, der Integration von Neuzugängen und der Spielanlage befassen. Es gilt auch, sich mit nicht unerheblichen Regeländerungen und deren Konsequenzen auseinanderzusetzen. Neben den vom International Football Association Board (IFAB) beschlossenen Neuerungen, die für alle Fußballer gelten, beschloss der Westdeutsche Fußballverband (WDVF) im April auch zwei Regeländerungen, die in seinem Zuständigkeitsbereich in allen Klassen von der Regionalliga abwärts zur Anwendung kommen - also auch am Niederrhein.

Zum einen ist es ab der kommenden Saison möglich, im Spielverlauf vier anstatt der bislang drei zulässigen Auswechslungen zu tätigen, zum anderen werden Mannschaften, die ab dem 1. Mai eines jeden Spieljahres nicht zu einem Match antreten, mit Punktabzug bestraft. „in der Vergangenheit wurden zum Ende der Saison vermehrt Spiele abgesagt, da die Teams ihre Abschlusstouren beispielsweise vorgezogen haben“, sagte Manfred Schnieders in seiner Funktion als WDFV-Ausschussvorsitzender kurz nach dem Beschluss der neuen Regeln und ergänzte. „In der entscheidenden Phase, in der es um Ab- und Aufstieg geht, ist das grob unsportlich.“

400 Spiele wurden vorige Saison laut Schnieders in Nordrhein-Westfalen während der letzten fünf Spieltage abgesagt. Dazu gehörte die Bezirksligapartie Victoria Mennrath gegen den 1. FC Viersen, zu der die Viersener nicht antraten und entsprechende Kritik einstecken mussten. Allerdings sagte der 1. FC Viersen ab, weil er angab, verletzungsbedingt nicht genug Spieler zu haben. In solchen Fällen sollen sich Vereine künftig frühzeitig an den Staffelleiter wenden. „Dann wird schon eine Regelung gefunden“, sagte Schnieders „Es war einfach an der Zeit für diese Regelung. So wird die Hemmschwelle für die Vereine größer, ein Spiel abzuagen“, erklärt Willi Kehrberg, Trainer des Fußball-Landesligisten VSF Amern. Allerdings zählt der Punktabzug erst für die nächste Saison, und es können maximal neun Punkte pro Saison abgezogen werden.

Vom ersten Spieltag an relevant ist die Möglichkeit, vier Spieler auswechseln zu können. Das war bislang nur in Pokalspielen ab der Verlängerung möglich. „Ich habe bislang immer lange gewartet, bis ich gewechselt habe. Aber so wird das ein ganz anderes Spiel. Man kann mehr taktische Überlegungen einbringen“, betont der erfahrene Willi Kehrberg. Der Nettetaler Oberliga-Coach Andreas Schwan, der im Vergleich zu Kehrberg noch ganz frisch im Trainergeschäft ist, findet es gut, dass er im Spiel künftig besser situativ reagieren kann und er in seinem großen Kader mehr Spielern Einsatzzeiten geben kann. Das hat aber auch Konsequenzen, die nicht jedem direkt in den Sinn kommen werden. „Wir müssen darüber nachdenken, wie das mit den Prämien aussieht. Sonst kann das zu Mehrkosten führen, darüber müssen wir intern ganz offen sprechen“, sagt Andreas Schwan mit Blick auf den Saisonetat.

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