Fußball: Wichtige Wochen für Amern und Viersen

Fußball : Wichtige Wochen für Amern und Viersen

Die VSF Amern und der 1. FC Viersen stehen in der Fußball-Landesliga vor Heimspielen, doch das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit. Nach schwierigem Start kommen jetzt die Partien, in denen tunlichst gepunktet werden sollte.

Auch wenn der 1. FC Viersen in den vergangenen Wochen viel Prügel in der Fußball-Landesliga bezogen hat, ist die Lage nach sieben Spieltagen aus tabellarischer Sicht mit drei Punkten auf der Habenseite alles andere als aussichtslos. Die Konkurrenz auf den Nichtabstiegsplätzen ist in Schlagweite. Dazu gehören auch die VSF Amern. Denn obwohl sie mit ihrer gefestigten Mannschafstruktur unter Willi Kehrberg, bis März noch Trainer in Viersen, einen deutlichen stabileren Eindruck hinterlassen haben, konnten sie unter dem Strich bislang auch nur magere fünf Punkte einfahren. Das sorgt schon für eine gehörige Portion Erfolgsdruck, wenn es morgen für Amern daheim gegen Aufsteiger MSV Düsseldorf geht und der 1. FC Viersen schon heute den Rather SV empfängt. Für beide der Auftakt von Spielen gegen Gegner, mit denen sich die beiden Grenzland-Teams auf Augenhöhe wähnen.

In Nettetal, hier links Marlon Smikalla gegen Moritz Münten, gab's für Viersen nichts zu holen. Das soll sich heute gegen Rath ändern. Foto: Horst Siemes

Sowohl die Schwalmtaler als auch die Viersener führen ihre Misere teils darauf zurück, dass sie es ein extrem anspruchsvolles Startprogramm hatten. Nachvollziehbar, denn der 1. FC hat bislang schon gegen fünf Gegner der aktuellen Top 7 gespielt, Amern gegen alle Mannschaften der Top 5. "Es ist noch alles eng beisammen, doch jetzt trennt sich bald die Streu vom Weizen, und wir wollen ins breite Mittelfeld", sagt VSF-Coach Willi Kehrberg vor der Partie gegen Düsseldorf. Einen besonderen Erfolgsdruck sieht er mit Blick auf die kommenden Wochen mit den folgenden Partien gegen Benrath, Remscheid und Meerbusch II aber nicht. Schließlich trete sein Team gut auf, habe sich immer als konkurrenzfähig erwiesen und arbeite im Training gut. "Wenn, dann machen wir uns selbst Druck. Wir wissen, dass wir genug Qualität haben", betont Kehrberg und ergänzt: "Wir sind ja nicht blöd und wissen auch, dass wir morgen, gerade zu Hause, anfangen sollten zu punkten." Was die Angelegenheit allerdings zusätzlich erschwert, sind die großen personellen Probleme, die aktuell herrschen. Kehrberg ist jedenfalls sehr dankbar, dass der eigentlich schon verabschiedete Michel Busen sich noch mal den Stress antut und aus Hamburg anreist, um der Mannschaft morgen zu helfen. Außerdem plant Kehrberg, zwei Mann aus der A-Liga-Reserve nach oben zu ziehen, wovon einer sogar in die Startelf rücken könnte. Denn Kehrberg würde gerne gegen den MSV mit zwei Stürmern auflaufen, im Landesligakader gibt es aktuell aber nur einen gesunden.

Auch wenn die Viersener nicht ganz so viele Ausfälle zu beklagen haben, nehmen sie einen deutlich größeren Ballast mit in die nächsten, so wichtigen Wochen. 0:21 Tore aus den jüngsten fünf Pflichtspielen in Meisterschaft und Pokal sind schon eine schwere Last für die immer noch fragile Mannschaftsstruktur. Doch Daniel Saleh, seit zweieinhalb Wochen Nachfolger von Steve Jäck, sieht sein Team nach dem 0:4 in Nettetal angesichts guter Trainingseinheiten weiter auf dem Weg der Besserung: "Wer das Training bei uns sieht, kann nicht verstehen, wieso wir da unten drin stehen. Alle ziehen mit und hinterlassen einen super Eindruck." Aus Sicht des FC-Coachs geht es jetzt gegen Gegner, gegen die er sein Team auf Augenhöhe sieht, wobei nach der Partie gegen Rath die Derbys gegen den ASV Süchteln und den 1. FC Mönchengladbach anstehen, beide haben schon fleißig gepunktet. Dennoch betont Saleh: "Ausreden gibt es jetzt nicht mehr. Die Jungs sind in der Pflicht."

(RP)
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