Lokalsport: Weltklasse-Squasher sollen im Dezember in Brüggen spielen

Lokalsport : Weltklasse-Squasher sollen im Dezember in Brüggen spielen

Insel Brüggen hat jetzt Planungssicherheit. Am Wochenende startet die neue NRW-Liga.

Ziemlich genau ein Jahr ist es jetzt her, dass der Niederländer Piedro Schweertman im Finale gegen den Franzosen Auguste Dussourd die zweite Auflage des Squash-Weltranglistenturniers in Brüggen für sich entschied. Dass es in diesem September kein Weltklasse-Sport in der Burggemeinde zu sehen gibt, liegt daran, dass es durch einen Eigentümerwechsel bei der Insel Brüggen für Turnierdirektor Paul Ludger Schmitz keine Planungssicherheit gab. Doch nachdem dieses Problem nun ausgeräumt ist, will er versuchen, zusammen mit dem Ausrichter des zweiten deutschen Welranglisten-Turniers in Berlin im Dezember so etwas wie eine kleine deutsche Tour auf die Beine zu stellen.

"Das hat den Vorteil, dass es sich für die ausländischen Spieler eher lohnt, nach Deutschland zu reisen. Dadurch sparen sie Reisekosten und haben die Chance auf höhere Preisgelder", erklärt Schmitz. Beide Standorte sollen insofern von der Kooperation profitieren, als die Chancen auf hochkarätige Teilnehmerfelder steigen. Ziel ist es, die Turniere langfristig zu erhalten, um den in Deutschland seit vielen Jahren kriselnden Squash-Sport nach vorne zu bringen. Denn ansonsten haben einheimische Nachwuchsspieler keine Möglichkeit, sich mit der Konkurrenz auf Weltklasseniveau zu messen, ohne hohe finanzielle Risiken auf sich zu nehmen.

Und dass es hierzulande an guten deutschen Nachwuchsspielern mangelt, davon kann Schmitz ein leidvolles Liedchen singen. Denn obwohl sich die erste Herrenmannschaft von RS Brüggen, dem Nachfolgeverein der Squash Tigers in der Insel, als Meister der Regionalliga Rheinland für die Bundesliga qualifiziert hatte, tritt in der neuen Saison keine Mannschaft aus der Burggemeinde in der höchsten Spielklasse an. Voraussetzung ist nämlich, mit zwei deutschen Spielern im Kader anzutreten. Und die konnte Schmitz trotz intensiver Gespräche nicht finden. Das RS-Team besteht hauptsächlich aus hochkarätigen Spielern aus dem grenznahen Belgien. Immerhin führte der nordrhein-westfälische Squash-Verband in Gestalt der NRW-Liga eine neue Spielklasse ein, in der die besten Teams der vormaligen zwei Regionalligen zusammengelegt wurden. "Das ist eine sehr positive Entscheidung", sagt Paul-Ludger Schmitz, der sich schon auf den Saisonstart am kommenden Wochenende freut. Dann sind die Brüggener am Samstag Gastgeber des ersten Spieltags, wo Brüggen als letzter Meister der Regionalliga Nordrhein in Gestalt des 1. SC Bochum auf den letzten Meister Regionalliga Westfalen trifft. Ebenfalls zu Gast ist der starke SC Colonia.

Geht es nach Schmitz, soll ein neuer Anlauf in Richtung Bundesliga-Aufstieg unternommen werden. Er kann sich gut vorstellen, dass sich dann deutsche Spieler zu einem Wechsel nach Brüggen entscheiden. "Ich habe mit Blick auf diese Saison viele gute Gespräche geführt und den Kontakt zu den Spielern gehalten", erklärt Schmitz. Für ihn wäre die Bundesliga in Brüggen die perfekte Ergänzung, um den Squash-Sport weiter nach vorne zu bringen. Dabei denkt er nicht nur an Deutschland insgesamt, sondern auch ganz speziell an die Burggemeinde. Denn mit dem Verein RS hat er eine Jugendabteilung mit aktuell 30 Kindern aufgebaut. Zwei von ihnen haben jüngst sogar den Sprung in den Landeskader geschafft. "Uns liegt die Nachwuchsförderung am Herzen. Dabei würde uns die Aufmerksamkeit, die ein Bundesligateam auf sich zieht, sehr helfen", ist Schmitz überzeugt.

(RP)
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