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Weitere Zugänge für den SC Union Nettetal

Fußball-Oberliga : Der „zweite Aufstieg“ für die Nettetaler

Dass der SC Union Nettetal als Neuling den Klassenverbleib in der Fußball-Oberliga geschafft hat, war allen Beteiligten eine ausgiebige Feier wert. Doch die Verantwortlichen klärten auch weitere Personalien für die neue Spielzeit.

Dass Spieler, Verantwortliche und Fans des SC Union Nettetal gut feiern können, hatten sie schon im vergangenen Jahr nach dem Aufstieg in die Fußball-Oberliga unter Beweis gestellt. Dass sie dem damaligem Spektakel am Sonntagabend bis in die frühen Morgenstunden des Montags in nichts nachstanden, hat einen guten Grund. „Das war fast wie ein zweiter Aufstieg für uns“, sagte SCU-Abteilungsleiter Dirk Riether mit Blick auf das Herzschlagfinale der Saison, das für die Nettetaler ein glückliches Ende nahm. Nach dem 0:0 beim Meister VfB Homberg und der gleichzeitigen Heimniederlage des SC Düsseldorf-West gegen TuRU Düsseldorf stand der Klassenverbleib nach einer langen und extrem kräftezehrenden Spielzeit endgültig fest.

„Eigentlich hatte keine der Mannschaften mit über 40 Punkten den Abstieg verdient. Für den SC-West ist das schon extrem bitter, zumal seine tolle Aufholjagd so auch nicht belohnt wurde“, meinte Riether, der im Homberg den ersten Jubelsturm auslöste, indem er per Handy Kontakt in die Landeshauptstadt hielt und dann die frohe Botschaft von der Niederlage der Westler übermittelte. Direkt nach dem Spiel war Innenverteidiger Frederik Verlinden, der Nettetal anstelle der Ausgefallenen Martin Stroetges und Bastian Levels als Kapitän aufs Feld geführt hatte, sehr stolz auf sein Team. „Wer zweimal unentschieden gegen den Meister spielt, hat den Klassenverbleib verdient.“ Damit sind die Nettetaler neben der SSVg Velbert (auch zwei Remis) übrigens die einzige Mannschaft, die gegen den Regionalliga-Aufsteiger ungeschlagen blieb. Mit Blick auf nächste Saison freut sich Verlinden besonders auf die Partien gegen den SC Velbert. Die Velberter hatten sich nach dem 0:0 in der Christian-Rötzel-Kampfbahn am 19. Mai sicher gezeigt, dass Nettetal absteigen würde und sich zu abfälligen Bemerkungen bemüßigt gefühlt. Hintergrund war, dass die Nettetaler ihnen zwei Jahr zuvor den Oberliga-Aufstieg vermasselt hatten. „Wir möchten die Antwort auf dem Platz geben“, betonte Verlinden.

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Als der erste große Trubel verflogen war, war der erst im Winter gekommene Angreifer René Jansen schon wieder in der Lage, den Erfolg am letzten Spieltag recht nüchtern zu analysieren: „Die Mannschaft hat es gut gemacht. Man darf nicht vergessen, wo man herkommt. Mit Wille, Leidenschaft und Teamgeist haben wir viel erreicht.“ In diese Richtung argumentierte auch Trainer Andreas Schwan bei der Pressekonferenz: „Wir sind mehr als elf Spieler, wir sind ein Truppe die lebt. Trotz aller Rückschläge haben wir zum Schluss fünfmal in Folge nicht verloren. Das ist ein Qualitätsbeweis.“

Dass die Nettetaler leben, bewiesen sie am Sonntag auch beim Feiern nach der Rückkehr ins Vereinsheim. Der harte Kern machte erst am Montag gegen 4 Uhr bei Abteilungsleiter Dirk Riether Feierabend. Doch bei aller Bierseligkeit spielten auch die Planungen für nächste Saison eine Rolle. So steht inzwischen ein weiterer namhafter Zugang fest. Vom Regionalligisten SV Straelen kommt Mittelfeldspieler Drilon Istrefi. Der 25-Jährige erhielt seine Grundausbildung allerdings beim 1. FC Mönchengladbach, was er mit Pascal Schellhammer und Marcel Schulz gemein hat. Die beiden haben laut Dirk Riether gegenüber ihrem früheren Teamkameraden Dominik Dohmen bestätigt, dass sie keinen Rückzieher von ihrer Zusage in Nettetal machen, auch wenn der 1. FC Mönchengladbach sich derzeit stark darum bemüht, abwanderungswillige Spieler umzustimmen. Kommen wird in Gestalt des 21-jährigen Pascal Gubala vom A-Ligisten TSV Kaldenkirchen auch noch ein Perspektivspieler für die Defensive. Damit haben die Nettetaler 21 Spieler für die neue Saison. Ein bis zwei könnten noch hinzukommen.