VSF Amern als positive Überraschung der Fußball-Landesliga

Fußball-Landesliga : Neue Selbstsicht beflügelt VSF Amern

Nach vielen Jahren im Abstiegskampf der Fußball-Landesliga gehörten die VSF Amern im ersten Saisonabschnitt zu den großen Überraschungen der Klasse. Die Verantwortlichen haben in der Vorbereitung der Spielzeit offenbar an den richtigen Stellschrauben gedreht.

Die VSF Amern sorgten für die Überraschung in der Fußball-Landesliga schlechthin. Im achten Jahr ihrer Landesliga-Zugehörigkeit begeisterte die Mannschaft mit erfrischendem Offensivfußball und belohnte sich zur Winterpause mit dem fünften Tabellenplatz.

Stand der Dinge Aus 20 Spielen holte das Team von Willi Kehrberg 38 Punkte, mehr als in der gesamten Vorsaison. Die Amerner verloren lediglich vier Spiele und bewegen sich damit auf Augenhöhe mit den anderen Spitzenteams, denn sowohl die punktgleich führenden Cronenberger SC, TVD Velbert und 1. FC Mönchengladbach als auch der Tabellenvierte Kapellen-Erft haben nur vier Spiele abgegeben. Die VSF feierten elf Siege und holten fünf Unentschieden. Sie schossen 53 Tore und handelten sich 34 Gegentreffer ein. Amerns Rückstand auf die Spitze beträgt acht Zähler. Noch wichtiger aber ist der Vorsprung auf die Abstiegsränge. Der liegt bei 18 Punkten und liefert den Schwalmtalern somit ganz früh Optionen, die kommende Spielzeit zu planen.

Ausgangslage Die VSF trafen im vergangenen Sommer viele Entscheidungen, die sich im Nachgang als goldrichtig erwiesen. Beispielsweise verpflichteten sie das japanische Trio Sosuke Fukuchi, Ken Sakai und Rei Mukodaka. Alle drei sind trotz sprachlicher Barrieren nicht mehr aus dem Team wegzudenken. So kam Fukuchi als einziger Spieler im Kader in allen 20 Spielen zum Einsatz und weist die meisten Einsatzminuten auf. Ein Glücksgriff war ebenso die Verpflichtung des erfahrenen Tobias Gorgs von Union Nettetal, der in nur zehn Spielen acht Treffer markierte.

Stärken Der entscheidende Unterschied zu den vergangenen Jahren ist der Glaube an sich selbst. Die Amerner gehen die Spiele an, um sie zu gewinnen und nicht, um sie möglichst nicht zu verlieren. Das Prunkstück der VSF ist ohne Zweifel die Offensivpower. Dabei leben die VSF nicht von einem einzigen Torjäger, sondern von vielen. Genau das macht sie für die Kontrahenten so schwer zu bespielen. Die meisten Tore erzielte beispielsweise Spielmacher Dominik Bischoff (9). Ihm folgen Gorgs (8), Mukodaka (6), Sakai (6), Max Gotzen (5), Daniel Kawohl (5), Tobias Bruse (4) und Sosuke Fukuchi (4).

Schwächen Für Amerner Verhältnisse kommen Schwächen angesichts dieser herausragenden Serie dem Jammern auf ganz hohem Niveau gleich. Dennoch gibt es Potenzial, sich noch zu verbessern. In der zu Beginn mit englischen Wochen übersäten Spielzeit hakte der Motor der Amerner noch etwas. Kehrberg monierte „ein paar Unentschieden zu viel“. Vor allem brachten sich die VSF, wie zum Auftakt beim 1:1 gegen den VfR Krefeld-Fischeln, um den verdienten Lohn, weil sie sich späte oder vermeidbare Gegentore einhandelten. Bei allem Offensivdrang verloren die Spieler immer mal wieder die Konzentration oder  vernachlässigten die Rückwärtsbewegung und die Arbeit gegen den Ball. Das wird im Februar und März aber ganz entscheidend sein, denn beinahe traditionell schwächeln die VSF ein wenig, wenn sie aus der Winterpause kommen.

Personalien In der Winterpause verlässt Torwart Jonas Derrix den Verein. Weil er in Wuppertal studiert, schließt er sich dem Landesligisten FSV Vohwinkel an. Der bisherige Reservekeeper Dominik Jacobs rückt auf. Gegangen ist auch Daniel Friesen, weil er mit der Reservistenrolle unzufrieden ist. Er hat sich dem Bezirksligisten DJK/VfL Giesenkirchen angeschlossen. Alex Hamacher geht in die Reserve. Verpflichtungen gibt es bislang nicht.

 Ausblick Die VSF haben am 3. Januar das Training wieder aufgenommen. Nach den Schwalmtaler Hallenmeisterschaften verloren sie das erste Testspiel auf dem Feld nur knapp mit 0:1 gegen den Oberligisten Germania Ratingen. Weitere Testspiele stehen beim Oberligisten Union Nettetal (20.01.) und gegen den Landesligisten SV Sonsbeck (27.01.) an. Am 3. Februar geht die Saison mit dem Spitzenspiel beim 1. FC Mönchengladbach weiter.

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