VSF Amern als Fünfter so gut wie noch nie zuvor

Fußball-Landesliga : VSF Amern so weit oben wie noch nie zuvor

Analyse Als Fünfter der Abschlusstabelle in der Fußball-Landesliga spielten die VSF Amern die erfolgreichste Saison ihrer Vereinsgeschichte. Dass es nach der Winterpause nicht mehr ganz so gut lief, lag auch an großen personellen Problemen. Nächste Saison steht ein Umbruch an.

Die VSF Amern gehörten in der zurückliegenden Saison der Fußball-Landesliga zu den großen Überraschungen. In der Spielzeit davor erst am letzten Spieltag gerettet, legten die Amerner dieses Mal vor allem dank eines bärenstarken ersten Saisonabschnitts als Fünfter der Abschlusstabelle die bislang beste Saison der Vereinsgeschichte hin.

Abschlussplatzierung Der fünfte Platz hat in der Tat historisches Ausmaß für die VSF. Seit dem Landesliga-Aufstieg im Jahr 2011 hat noch nie eine Amerner Mannschaft besser abgeschnitten. Da rieb sich die Konkurrenz verwundert die Augen. 2014 hatte es noch unter Rainer Bruse mal zu Platz sieben gereicht, danach ging es meist gegen den Abstieg.

Rückrunde Die verlief im Vergleich zur Hinrunde eher durchwachsen. Zwar kamen die Amerner mit einem Unentschieden (1. FC Mönchengladbach) und einem Sieg (FC Remscheid) noch gut aus der Winterpause und setzten damit ihre fast schon unheimliche Serie aus dem Vorjahr fort, doch dieses Niveau konnte nicht gehalten werden. Auch weil ab diesem Zeitpunkt große personelle Probleme zum ständigen Begleiter wurden. Die Hinrunde beendeten die Amerner auf Rang fünf, die Rückrunde für sich genommen war es „nur“ Platz zehn.

Stärken Die VSF überraschten die Konkurrenz vom Saisonstart weg mit einem gepflegten Fußball. Von der Konkurrenz als Abstiegskandidat gehandelt, suchten sie ihr Heil im Spiel nach vorne. Das ging auch deshalb, weil die Balance zwischen Offensive und Defensive stimmt. Davon zeugt das Torverhältnis von 89:66. Wobei in der Liga generell sehr viele Treffer fielen und 66 Gegentore tatsächlich zum fünftbesten Wert reichten. Entscheidenden Anteil am Erfolg hatte, dass das Japan-Trio mit Sosuke Fukuchi, Ken Sakai und Rei Mukodaka so hervorragend funktionierte. Als Glücksgriff erwies sich die späte Verpflichtung von Tobias Gorgs von Union Nettetal, denn er war am Ende mit 21 Treffern in 23 Spielen der mit Abstand beste VSF-Schütze.

Schwächen Eine große Stärke der Amerner erwies sich auch als Schwäche. Denn als Ken Sakai aus familiären Gründen und Rei Mukodaka verletzungsbedingt irgendwann nicht mehr zu Verfügung standen, war das klar an den Ergebnisse abzulesen. Flankiert von weiteren personellen Problemen erwies sich der VSF-Kader als in der Breite zu schwach besetzt, um das hohe Niveau halten zu können. Die Konstanz ging verloren. Doch mal ehrlich, diese Probleme hätten die Amerner in den Jahren zuvor gerne gehabt. Daran können auch fünf Niederlagen aus den letzten sechs Saisonspielen nichts ändern.

Personalien Trotz der starken Saison steht Amern ein großer Umbruch bevor. Nicht nur für die drei Japaner musste Ersatz gefunden werden, auch Leistungsträger wie Tobias Bruse, Dominik Bischoff und Daniel Kawohl stehen nicht mehr zur Verfügung. Die Amerner zeigten sich kreativ, zogen nach den guten Erfahrungen der zurückliegenden Saison auch wieder die asiatische Karte. Die Neue sind bislang Christofer Feyen (SSV Grefrath), Karim Sharaf, Volkan Akyil, Nassir El Aboussi (alle 1. FC Viersen), Ken Sugawara (VfB Bodenheim), Reo Sasaki (Japan), Choi Jeongwoo (SSV Merten) und Mehrdad Shanzarifa (Iran). Eine Kreativkraft hätten die Amerner gerne noch.

Vorbereitung Bei so vielen neuen Spielern wundert es nicht, dass Trainer Willi Kehrberg schon nächsten Sonntag zum Start der Vorbereitung bittet. Eine Woche später steht dann die Teilnahme am Grenzland-Cup an. Testspiele sind bislang beim SC Union Nettetal (21. Juli) und bei den SF Baumberg (30. Juli) vereinbart. Das geplante Heimspiel gegen Hönnepel-Niedermörmter kommt nicht zustande, so suchen die VSF für den 27. Juli noch einen Gegner ab Bezirksliga aufwärts.

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