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Fußball: Von verlorenen Psychospielchen

Fußball : Von verlorenen Psychospielchen

In der Fußball-Landesliga verwandelte Amerns Tobias Bruse beim 3:3 gegen Odenkirchen einen Strafstoß, vergab kurz darauf aber einen weiteren.

Schwalmtal (pas-) Bei den VSF Amern lässt sich derzeit vieles von zwei Seiten betrachten. Ist man in der Landesliga angesichts von vier Unentschieden in Folge nun viermal ungeschlagen oder sieglos? Ist das 3:3 gegen Odenkirchen nach dem späten eigenen Ausgleichstreffer ein Erfolg oder nach zuvor zweimaliger Führung eine Enttäuschung? Gleiches gilt auch für Mittelfeldmann Tobias Bruse. Erst markierte er per Elfmeter die 2:1-Führung, dann ließ er vom Punkt das mögliche 3:2 liegen.

Der 26-Jährige, der insgesamt ein starkes Spiel macht, tut sich bei der Einordnung schwer: "Wir haben eigentlich ein insgesamt gutes Spiel gegen eine gute Odenkirchener Mannschaft gemacht." Wären da nicht drei Missstände, die ihn massiv ärgern: "Erstens gehen wir zweimal in Führung, kassieren aber beide Male sofort im Gegenzug den Ausgleich. Zweitens verschieße ich den Elfmeter, der das 3:2 hätte sein können. Drittens vergeben wir nach dem 3:3 noch zwei gute Konterchancen, mit denen wir doch noch hätten gewinnen können." Es war also alles drin in dieser wilden Partie - ob Bruses zweiter Strafstoß wirklich den Sieg bedeutet hätte, lässt sich unmöglich sagen.

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Dabei gibt er offen zu, dass er das Psychospiel mit dem Odenkirchener Schlussmann Kevin Afari - einem der erfahrensten in dieser Liga - verloren hat: "Beim ersten Elfer wollte ich eigentlich in die andere Ecke schießen, sehe dann aber, dass der Torwart früh springt und schieße ihn in die andere Ecke. Beim zweiten Mal war es genauso, nur dass der Keeper plötzlich doch noch in die andere Ecke geht. Da hat er mich ganz klassisch ausgeguckt."

Im Abstiegskampf bleibt die Lage prekär: Aktuell liegt Amern zwar auf einem Nicht-Abstiegsplatz, ist allerdings punktgleich mit dem ASV Mettmann auf dem (derzeitigen) Relegationsrang und nur drei Zähler vor dem Lokalrivalen und Tabellenvorletzen 1. FC Viersen. Am Sonntag geht es im Derby in Viersen also bereits um alles, bevor im Endspurt dann der VdS Nievenheim (liegt einen Punkt hinter Amern auf einem Abstiegsplatz) und Mettmann warten. "Dieses Restprogramm ist fast schon wahnsinnig", findet Bruse.

Der Ur-Amerner, der in seiner Jugend bei den VSF spielte und nach Zwischenstopps in Nettetal und Viersen bereits seit sieben Jahren zurück ist, sieht seinen Klub aber in einer guten Position: "Gut ist, dass wir alles in der eigenen Hand haben und der Abstiegskampf für uns alle kein unbekanntes Gefühl ist." Er persönlich freut sich extrem auf das Saisonfinale: "Jetzt kommen die Spiele, für die man Fußball spielt. In den USA sagt man dazu ,do or die'. Wir müssen in Viersen gewinnen."

(cpas)