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Lokalsport: Vom Ergänzungsspieler zur Startelfoption

Lokalsport : Vom Ergänzungsspieler zur Startelfoption

Beim Fußball-Landesligisten 1. FC Viersen hat George Hans Tawiah in der Wintervorbereitung überzeugt. Im bedeutenden Spiel morgen gegen Odenkirchen könnte ihm eine wichtige Rolle zukommen.

Vorbereitungen bringen Gewinner und Verlierer hervor. Der große Gewinner beim Fußball-Landesligisten 1. FC Viersen ist George Hans Tawiah. Denn als Trainer Willi Kehrberg im Januar den Stürmer als Zugang vermeldete, hatte er ihn bestenfalls als Ergänzungsspieler auf der Rechnung. Jetzt ist er morgen im für den Abstiegskampf so wichtigen ersten Spiel des Jahres daheim gegen die SpVg. Odenkirchen sogar eine Option für die Startformation. Als vorläufiger Verlierer muss dagegen Hoffnungsträger Dennis Richter eingestuft werden. Das rechte Knie des Mittelfeldspielers ist zwar nach einer Operation wieder in Ordnung, doch weil er noch massive Fitnessdefizite aufweist, nimmt ihn Kehrberg morgen nicht einmal in den Kader.

"Dennis kann ein ganz wichtiger Spieler für uns werden. Aber er muss erst mal zwei Wochen am Stück trainieren, damit er uns, bei unserer Art zu spielen, weiterhelfen kann", erklärt Kehrberg. Das krasse Gegenteil stellt aktuell George Hans Tawiah dar, denn der 22-Jährige kommt mit seinen 1,92 Metern und 88 Kilogramm wie ein Modelathlet daher. Er ist läuferisch stark und ist nur schwer vom Ball zu trennen. "Er ist sehr eckig und immer anspielbar", ergänzt Kehrberg. Als sich Tawiah zu Beginn des Jahres bei den Viersenern anbot, sah es zunächst so aus, als wäre er eher ein Mann für die Reserve, der aber dennoch die Chance erhalten sollte, sein Können im Training der Landesligatruppe zu zeigen. Viele Spiele hatte er in den Jahren davor nicht bestritten. Nach der A-Jugendzeit beim KFC Uerdingen und bei Germania Ratingen machte er elf Partien für Maroc Düsseldorf in der Bezirksliga und schoss zwei Tore. Danach folgten der Wechsel zu TuRU Düsseldorf II, weitere 14 Spiele in der Bezirksliga und wieder zwei Tore. Im vergangenen Sommer schloss er sich dann der SpVgg. Sterkrade-Nord in der Landesliga, Gruppe 2, kam dort aber überhaupt nicht zum Zug.

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Willi Kehrberg hat der Stürmer mit ghanaischen Wurzeln dagegen bislang überzeugt. Da der Trainer die Vorbereitung dazu genutzt hat, um seiner Mannschaft mit einem 4:1:4:1-System eine offensivere Grundausrichtung zu verpassen, hat sich Tawiah als Alternative zum bislang besten Torschützen Holger Jansen (sieben Treffer) für die Position in vorderster Front herauskristallisiert. "Da brauche ich ballsichere Spieler. Und George hat in unseren Testspielen auch schon einige Tore vorbereitet", sagt Kehrberg. Und Tore sind genau das, was die Viersener in ihrer kniffligen Situation benötigen. Denn sie starten auf Tabellenplatz 16 mit der Hypothek in die Restsaison, mindestens zwei Plätze gutmachen zu müssen, um am Ende ganz sicher in der Landesliga zu bleiben. Da ist auch der Grund, wieso sich Kehrberg entschieden hat, im Vergleich zum ersten Saisonabschnitt den eher abwartenden Spielstil gegen einen mit mehr Eigeninitiative zu tauschen.

"Wenn wir Odenkirchen noch einholen wollen, müssen wir gewinnen. Schon bei einem Remis ist das kaum noch möglich", sagt der FC-Coach mit Blick auf die aktuell sieben Punkte Rückstand auf die Mönchengladbacher und hofft, dass alle seine Spieler den Ernst der Lage verinnerlicht haben. Sein Gegenüber Kemal Kuc weiß jedenfalls genau, was ihn erwartet. Er war Zeuge des 2:1-Testspielsieges der Viersener beim Oberligisten VfR Fischeln. Könnte der 1. FC an diese Leistung anknüpfen, wäre das jedenfalls schon mal eine gute Grundlage für die so wichtige Heimpartie morgen.

Zum Personal Ausfälle: Friesen (Wade), Smikalla, Friesen (im Aufbautraining); Einsatz fraglich: Bko

(RP)