Fußball: Viersener freuen sich auf die Relegation

Fußball : Viersener freuen sich auf die Relegation

Der 1. FC Viersen kann noch über die Saisonverlängerung den Klassenverbleib in der Fußball-Landesliga schaffen. Zunächst kommt der Bezirksliga-Vizemeister Überruhr am heutigen Donnerstag an den Hohen Busch.

Viersens Fußballer freuen sich auf einen besonderen Abend. Am Donnerstag (19.30 Uhr) erwartet der Landesligist den Tabellenzweiten der Bezirksliga, Gruppe 3, den FC Blau-Gelb Überruhr aus Essen. Am Hohen Busch treten die beiden Kontrahenten zum ersten Entscheidungsspiel um einen freien Platz in der Landesliga für die kommende Saison an. Das Rückspiel steigt am kommenden Sonntag um 15.15 Uhr in Überruhr. "Das sind die Spiele, für die man Fußball spielt", sagt Viersens Trainer Daniel Saleh.

Seit Jahrzehnten tummeln sich die Viersener in der Landesliga, der früheren Niederrheinliga oder Verbandsliga sowie der Oberliga. Mit aller Macht möchte der Verein nun den Sturz in die Bezirksliga verhindern. Lange Zeit sah es in dieser Hinsicht richtig düster aus. Die Viersener belegten von wenigen Ausnahmen abgesehen, konstant einen der Abstiegsränge. "Wir waren schon tot. Die Relegation ist ein Erfolg für uns. Das haben wir uns erarbeitet", berichtet der Viersener Coach. Diese positive Grundeinstellung impft er auch seinen Spielern ein. "Sie freuen sich ein Stück weit. Das ist etwas Besonderes", sagte Saleh. Der Trainer, der vergangene Saison mit Giesenkirchen die Relegation erlebte, weiß, wovon er spricht, und er bereitet auch seine Spieler darauf vor, vor möglicherweise 500 bis 700 Zuschauern aufzulaufen. "Ich bin guter Dinge. Wir haben unter Druck gute Spiele abgeliefert", sagt der Übungsleiter.

Der 3:2-Erfolg gegen Amern, das 6:0 beim SC Kapellen und das 1:1 gegen Odenkirchen zum Saisonabschluss stimmen die Viersener positiv. "Wir haben drei Spiele nicht verloren, und wir haben uns sehr gut präsentiert", betont Saleh. Davon haben sich auch die Überruhrer beim 6:0 gegen Kapellen überzeugen können. "Die werden Respekt vor uns haben. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Aber der Gegner muss auch auf uns achten. Sie müssen sich überlegen, wie sie es schaffen, uns zu schlagen", berichtet Saleh.

Natürlich wird Blau-Gelb Überruhr dabei auf seine offensive Kraft setzen. Die Mannschaft erzielte in 34 Spielen in der Bezirksliga 109 Tore, der 1. FC Viersen traf in der Landesliga 54-mal ins Schwarze. Etwa die Hälfte der Überruhrer Treffer teilen sich Felix Scheider mit 31 und Erin Canseven mit 26 Toren. Im Vergleich dazu markierte Viersens bester Torschütze Petar Popovic 18 Treffer.

Die Viersener haben darauf verzichtet, den Gegner im Vorfeld vor Ort unter die Lupe zu nehmen. "Das bringt doch nichts, die haben gegen Abstiegskandidaten gespielt", erklärt Saleh. Er hat sich über Gespräche mit Experten und Trainerkollegen ein Bild vom FC Überruhr gemacht. So ganz genau will er aber nicht verraten, wie er sein Team ausrichtet. Nur eines ist für das Hinspiel klar. "Die Null muss stehen", sagt Saleh. Da der Sieger in diesem Duell im Europapokal-Modus ermittelt wird, ist es ihn wichtig, zuhause kein Gegentor zu kassieren. "Die Null ist das A und O. Der Rest ist völlig egal. Uerdingen hat es doch vorgemacht. Die haben zu Hause 1:0 gewonnen und in Mannheim nachgelegt", verweist Saleh auf den Aufstieg des KFC Uerdingen in die 3. Liga. Für ihn ist es auch kein Nachteil, zunächst am Hohen Busch und dann in Essen zu spielen. "Vielleicht ist es so rum sogar etwas einfacher", sagt er. Jedenfalls kann er personell aus dem Vollen schöpfen. Alle Spieler sind fit.

(wiwo)
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