Fußball: Viersen überzeugt erst in Hälfte zwei

Fußball : Viersen überzeugt erst in Hälfte zwei

Im letzten Spiel des Jahres tat sich Fußball-Landesligist 1. FC Viersen gegen Kellerkind SV Hönnepel-Niedermörmter II lange Zeit schwer. Erst nach dem 1:0 drehten die Gastgeber auf und gewannen auch in der Höhe verdient 3:0.

Mit der Heimniederlage gegen den SV Straelen hatte sich der 1. FC Viersen für das erste Rückrundenmatch gestern gegen die Reserve des SV Hönnepel-Niedermörmter, gleichzeitig das letzte Pflichtspiel des Jahres, gehörig unter Druck gesetzt. Schließlich bestand die Gefahr, dass ein weiteres Team aus dem Tabellenkeller Boden gutmacht und der Kontakt zu den attraktiven Plätzen abreißt. Diese zusätzliche Last war den FC-Spielern anzumerken, sie benötigten quälend lange, um die Gäste in den Griff zu bekommen. Erst das 1:0 brachte den Spielwitz, der auf dem Kunstrasenplatz am Hohen Busch letztlich zu einem 3:0 (0:0)-Erfolg führte.

Den wohl entscheidenden taktischen Kniff wählte Viersens Trainer Willi Kehrberg in der Halbzeit, als er einen Mittelfeldspieler opferte und fortan an mit zwei Stürmern agieren ließ. Während der anfangs als zentraler Mittelfeldspieler eingesetzte Michael Enger anstatt des kurz vor der Pause für den verletzten Korbinian Beckers eingewechselten Hakan Sayici auf den rechten Flügel ging, wechselte Sayici an die Seite von Stürmer Jan Ballis. "Außer langen Bällen kam von Hönnepel ja nicht viel, deswegen haben wir keine drei Mann vor unseren beiden Sechsern benötigt", erklärte Kehrberg. Eine Umstellung tat auch dringend Not, denn in der ersten Hälfte zeigten die Viersener zwar in Ansätzen, dass sie über das weitaus größere spielerische Potenzial verfügen, doch richtige Gefahr brachten sie nicht vor den Gäste-Kasten. Immer wenn Viersen das Spiel über die Flügel schnell machte, kam Hönnepel nicht mehr mit. Doch das kam viel zu selten vor, und wenn, dann war es nicht zwingend. Um die 20. Minute herum hatten die Gäste ihre beste Phase, nachdem Tom Wilbers mit einem Drehschuss an FC-Keeper Thomas Gerdes gescheitert war. In der Folge agierte Viersens Abwehr für ein paar Minuten ziemlich kopflos, doch auch dank der ordnenden Hand des gestern enorm aktiven und laufstarken Eike Broens im Mittelfeld fingen sich die Hausherren wieder.

Bevor Kehrbergs Umstellungen nach der Pause greifen konnten, galt es für seine Mannen zunächst noch einen Schockmoment zu überstehen, als der kleine Hassan Hamzaoglu in der 47. Minute völlig frei vor Thomas Gerdes auftauchte, aber am Tor vorbei köpfte. Anschließend erhöhte Viersen kontinuierlich den Druck, was in der 60. Minute erstmals zum Erfolg führte. Hakan Sayici schloss eine tolle Kombination zwischen André Kobe und sich selbst zum 1:0 ab. Im gleichen Maße wie der 1. FC anschließend zulegte, baute Hönnepel ab und offenbarte konditionelle wie technisch-taktische Mängel, die erklären, wieso kein anderer Landesligist bislang so viele Gegentore kassierte. In der Folge beschenkte sich Broens zu seinem 23. Geburtstag mit einem Tor per Fernschuss (65.), und Ballis ließ bei seinem Treffer seine Klasse im Strafraum aufblitzen (80.). Weitere gute Chancen wurden vergeben, dennoch war Kehrberg zufrieden: "Jetzt können wir uns in der Pause sammeln, um uns im neuen Jahr nach oben zu orientieren."

Viersen: Gerdes - Bonsen, Wiegers, Hetterle, Smikalla - Meurer, Broens - Kobe (82. Jansen), Enger, Beckers (33. Sayici) - Ballis (86. Pötzsch). Tore: 1:0 (60.) Sayici, 2:0 (65.) Broens, 3:0 (80.) Ballis. Zuschauer: 50.

(RP)