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Fußball: Viel zu tun für Amerns neue Führung

Fußball : Viel zu tun für Amerns neue Führung

Der neu gewählte Vorstand um Wolfgang Schleser soll den Kunstrasenplatz realisieren – und Trainer Bruse halten.

Der neu gewählte Vorstand um Wolfgang Schleser soll den Kunstrasenplatz realisieren — und Trainer Bruse halten.

Rita Delihsen lacht. Ihr Engagement bei den VSF Amern in Stunden zu fassen, das würde es nicht treffen. "Ich hänge mit dem Herzen dran", sagt die 65-Jährige. Seit Freitag ist sie die Verantwortung offiziell los. Die Fußballer der VSF Amern wählten Wolfgang Schleser zum neuen Abteilungsvorsitzenden. Der 50-jährige Polizist spielte selbst in den Senioren, war unter anderem als Jugendtrainer und Platzwart aktiv.

Der Esstisch ist gedeckt. "Riemchentorte, gesponsert von der Taxi-Zentrale. Mit Sahne oder ohne?", fragt sie. Rita Delihsen ist eine Frau der Tat. Dörflich verwurzelt, gradlinig, offen. Jemand, der sich um den Kaffee- und Kuchenverkauf am Rösler-Stadion mit ebenso viel Elan kümmert wie um die Vertragsverhandlungen mit Landesliga-Trainer Rainer Bruse. "Man muss die jungen Leute in die Verantwortung holen, so lange man einen Nachfolger einarbeiten und ein Team anlernen kann. Deshalb stehe ich dafür so lange zur Verfügung, bis sie mich nicht mehr brauchen. Von jetzt auf gleich funktioniert eine Übergabe nicht, wenn einmal etwas passieren würde", erläuterte Delihsen.

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Schleser selbst war nach der Wahl nicht zu sprechen — Amerns neuer Fußball-Boss musste erst einmal zu einem geplanten Krankenhaus-Aufenthalt. Doch Delihsen hatte auch so genug zu erzählen. Sie sei ausgesprochen froh und erleichtert, ein neues Vorstandsteam gefunden zu haben. "Viele andere Vereine haben das nicht. Es ist nicht einfach, Ehrenamtler zu finden und einen Vorstand zu bilden, der zusammenpasst", sagte Delihsen.

In Amern sind es nun gleich zwölf Personen. Wolfgang Schleser steht Carsten Weingant als Stellvertreter zur Seite. Ulrich Hamacher übernimmt die Geschäftsführung und Brigitte Bruse, die Ehefrau von Rainer Bruse, die Kasse. Peter Delihsen bleibt Obmann. Dazu kommen sieben Beisitzer. Dass sich Brigitte Bruse einbinden lässt, liefere allerdings keine Garantie für den Verbleib von Rainer Bruse als Trainer über die Saison hinaus. Bruse möchte, so berichtet Delihsen, mit dem neuen Vorstand erst das Gespräch suchen.

Über Arbeit werden sich die Neuen nicht beklagen können. Kunstrasen, sportliche Ausrichtung und die Finanzen lauten die wichtigsten Stichworte. Die Mannschaft von Rainer Bruse soll in der Landesliga oben mitspielen, die Zweite spielt in der A-Liga, die Dritte könnte aufsteigen. Der Platz am Happelter wurde verkauft und die Anlage am Rösler-Stadion, die im Besitz des Vereins ist, hat keinen Kunstrasen und kein Flutlicht um den Rasenplatz.

Vor allem in einem so langen Winter wie dem aktuellen ist es eine große Herausforderung, allen Interessen gerecht zu werden. Deshalb prüfen die Amerner, wie sie einen Kunstrasen finanzieren können. Zudem wurden Gutachten in Auftrag gegeben. "Wir müssen die Rahmenbedingungen abklopfen. Den Platz brauchen wir unbedingt", sagte Delihsen.

Ein anderes Thema, das die Grenzlandfußballer seit Jahren begleitet, könnte indes bald der Vergangenheit angehören: Die stetigen Diskussionen und Gerüchte um die Verwendung der Finanzen oder die sportliche Ausrichtung um und mit Graf Bernadotte af Wisborg alias Brösel, der die Amerner lange finanziell unterstützte. Er hat seine Mitgliedschaft nach langwierigen Streitigkeiten über einen Anwalt in der vergangenen Woche gekündigt.

(wiwo)