Verjüngtes Union-Team in der Fußball-Oberliga

Fußball : Verjüngtes Union-Team spielt sehr stabil

Nachdem sich die Nettetaler einmal in der Spitzengruppe der Fußball-Landesliga festgebissen hatten, ließen sie nicht mehr los. In der Relegation gelang sogar der Oberliga-Aufstieg. Die Saisonvorbereitung beginnt nächsten Mittwoch.

Eine bessere Dramaturgie hätte sich auch ein Krimi-Autor für den Saisonverlauf des SC Union Nettetal in der Fußball-Landesliga kaum ausdenken können: Nach einer deutlichen Verjüngung im Sommer erwischt die Mannschaft einen Traumstart, rangiert überraschend über Monate auf einem Aufstiegsplatz, rutscht am vorletzten Spieltag auf Rang drei ab und sichert sich letztlich in zwei nervenaufreibenden Relegationsspielen doch noch den Aufstieg in die Oberliga.

„Das war der größter Erfolg der Vereinsgeschichte“, sagt Union-Abteilungsleiter Dirk Riether, obwohl die Union Anfang der 2000er Jahre schon mal vier Jahre in der Verbandsliga kickte. Damals war das die Spielklasse über der Landesliga. „Das Kind hat zwar nur einen anderen Namen, aber Oberliga haben wir eben noch nie gespielt“, meint Riether. Die Grundlagen für diesen Erfolg legte er zusammen mit dem Sportlichen Leiter Dennis Treker, als sie sich im Spätsommer 2016 entschieden, für den erfolglos in die Saison gestarteten Brasilianer Chiquinho in Gestalt von Andreas Schwan einen im Seniorenfußball völlig unbekannten Trainer zu verpflichten. Nachdem die Saison noch auf einem starken fünften Platz abgeschlossen worden war, wurde auf Initiative von Schwan ein Verjüngungsprozess eingeleitet. „Wir haben das Gesicht der Mannschaft verändert. Mit jüngeren und hungrigeren Spielern, die sich noch weiterentwickeln konnten. Zudem wollten wir uns wegen der Erfahrungen aus der Vorsaison breiter aufstellen und einen größeren Konkurrenzkampf schaffen“, erinnert sich der Nettetaler Trainer.

Die Rechnung ging voll auf. Um eine stabile Achse mit erfahrenen Akteuren in Abwehr, Mittelfeld und Angriff herum konnten sich Akteure aus unteren Spielklasse wie Pascal Regnery und Brian Dollen prächtig entwickeln. Das gilt auch für Spieler wie Max Pohlig und Torwart Tim Tretbar, die bei ihrem vorherigen Verein FC Weegberg-Beeck nicht so viel Spielpraxis hatten sammeln können. Dass im Laufe der Saison aus dem großen Kader auch Spieler auf der Strecke geblieben sind, liegt für Schwan in der Natur der Sache. „Wenn ein Kader diese Breite hat, dann muss man in jedem Trainings Gas geben, dann bekommt man auch irgendwann seine Chance. Letztlich setzen sich Qualität und Mentalität durch“, betont Schwan.

Dass mit seinem Team zu rechnen war, deutete sich erstmals beim Gewinn des Burgpokals in der Vorbereitung an, dann folgte ein Saisonstart mit zehn Spielen ohne Niederlage, davon gewann die Union neun Partien und hatte damit sogar den Top-Meisterschaftsfavoriten TSV Meerbusch vorübergehend abgehängt. Die erste Reifeprüfung folgte dann nach einem überraschenden Patzer gegen Heiligenhaus und der Niederlage gegen eben diese Meerbuscher, die zweite, als diese beiden Partien in der Rückrunde ebenso verloren gingen wie am vorletzten Spieltag das Match beim 1. FC Mönchengladbach und dadurch letztlich der direkte Aufstieg vergeben wurde. „Insgesamt waren wir sehr stabil und haben uns aus diesen Phasen selber wieder herausgezogen“, erklärt Schwan. Das gelang auch, weil die Nettetaler in der Endphase der Saison in der Lage waren, gerade nach der schweren Verletzung von Topstürmer Andreas Kus, auf zweckdienlichen Fußball umzustellen und sich Siege auch zu erarbeiten. Mit geholfen hat dabei auch Winterzugang Marcel Paul, der vom Oberligisten DSC 99 kam und im Mittelfeld nochmals für einen Qualitätsschub sorgte. In der Relegation gegen die SF Niederwenigern kratzten die Nettetaler dann noch mal alle Kräfte zusammen. Nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel zeigten sie gerade in der zweiten Partie in Unterzahl eine große Moral und sicherten sich im Elfmeterschießen den Aufstieg.

Andreas Kus schoss die meisten Tore für die Nettetaler. Foto: Fupa
Max Pohlig spielte eine starke Premieren-Saison in Nettetal. Foto: Fupa

Der Kader für die Oberliga-Saison ist zusammengestellt, nächsten Mittwoch startet schon die Vorbereitung. „Die Motivation und die Vorfreude sind riesig“, verspricht Andreas Schwan.

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