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Fußball: Union weiter am Tabellenende

Fußball : Union weiter am Tabellenende

Weil die Nettetaler ihre eklatanten Abwehrfehler bei Standardsituationen nicht in den Griff bekommen, gab es bei Konkurrent Tuspo Richrath eine 3:4-Niederlage. Dabei hatte Union sogar 3:2 geführt.

Fred Krebstekies schiebt mit seinen Schuhen schweigend die Kunststoffpartikelchen von rechts nach links. Die Hände stecken tief in den Taschen. Seine Augen fixieren den Boden und zwischendurch schweift sein Blick über den vom Flutlicht beleuchteten Platz ins Weite.

Der Trainer sucht nach Worten, so als hätten diese sich gerade im Kunstrasen des SC Union Nettetal versteckt. Nach diesem 3:4 gegen den Tuspo Richrath sitzt die Enttäuschung tief. Union Nettetal bleibt am Tabellenende der Landesliga, dabei wäre, wie schon in so vielen Spielen vorher, mehr drin gewesen.

Gutes Spiel der Mannschaft

Angesichts der Turbulenzen in und um den Verein herum, der sportlichen Situation und des eklatanten Personalmangels lieferte die Mannschaft ein gutes Spiel ab. Die Spieler kämpften um jeden Meter, kamen nach dem 0:1 und dem 1:2 zurück und gingen durch einen wunderschönen Weitschuss von Martin Stroetges sogar 3:2 in Führung, doch es reichte nicht. "Die Spieler belohnen sich nicht. Wir haben das 3:2 hergeschenkt und billige Gegentore kassiert", sagte Krebstekies.

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In der Tat beginnt mit jedem Freistoßpfiff, bei jeder Flanke, die aus dem Halbfeld oder von den Flügeln in den Strafraum segelt, das große Zittern. Union schwimmt. Die Zuordnung stimmt nicht.

So wie bei den Toren zum 0:1, beim 3:3 oder beim 3:4, wo die Richrather jeweils in zentraler Position vor dem Tor zum Schuss oder zum Kopfball kamen. Die Spieler verstehen es nicht, sich vor dem eigenen Tor Respekt zu verschaffen und den Ball zur Not weit über das Tribünendach zu dreschen.

"Das Glück ist einfach nicht auf unserer Seite. Drei Punkte wären verdient gewesen, wenn nur diese unglaubliche Schwäche bei Standards nicht wäre", meinte Philipp Schepers. Dieser bestritt nach langer Verletzungspause sein erstes Spiel von Beginn an.

Der Abwehrspieler, der zur Pause von Jan Ballis die Kapitänsbinde übernahm, war erst einmal froh, dass das lädierte Knie gehalten hat, aber das war auch schon das einzig Positive. "Wir müssen defensiv kompakter stehen. Nach vorne haben wir gezeigt, dass wir Qualitäten haben. Wir dürfen den Anschluss nicht verlieren", erklärte Schepers.

Genau das aber ist das Problem. Die Konkurrenten wie Tuspo Richrath eilen davon. Und zumindest kurzfristig erscheint für Union keine deutliche Besserung in Sicht. "Man kann der Mannschaft den Fleiß und das Engagement nicht absprechen. Aber es wird schwieriger, weil das Selbstvertrauen schwindet. Wir müssen bis zur Winterpause wie die Eichhörnchen noch ein paar Pünktchen hamstern und uns dann in der Pause verstärken", sagte Krebstekies. Bevor er weiter auf den Rasen starrte.

(wiwo)