Union Nettetal vor der Partie bei der SSVg. Velbert

Fußball-Oberliga: Union will wieder Favoritenschreck sein

Gegen Baumberg, SW Essen und Ratingen überzeugte Nettetal in der Fußball-Oberliga in der Außenseiterrolle und punktete fleißig. Am Sonntag soll es auswärts gegen die ambitionierte SSVg. Velbert nach Möglichkeit ähnlich laufen.

Was am alles in allem überaus gelungenen Saisonauftakt des SC Union Nettetal in der Fußball-Oberliga auffällt: Der Aufsteiger präsentierte sich immer dann ganz besonders stark, wenn er gegen nominell bessere Gegner das Spiel nicht machen musste, sondern auf Fehler lauern und in den richtigen Momenten nach schnellem Umschalten gnadenlos zuschlagen konnte. Gegen ähnlich agierende Gegner wie den SC Düsseldorf-West und vorigen Sonntag Mitaufsteiger Kleve gab es dagegen unglückliche Heimniederlagen. Insofern kann den Nettetalern sicher Mut machen, dass sie sich am Sonntag als Gast der SSVg. Velbert wieder in die Außenseiterrolle befinden. Dort würden sie sicher gerne wie schon gegen Baumberg, SW Essen und Ratingen erneut in die Rolle des Favoritenschrecks schlüpfen.

„Es mag auf den ersten Blick so sein, dass es es uns nicht liegt, das Spiel zu machen. Aber wir haben nun mal die Spielertypen, die für die Spielweise sehr gut geeignet sind, aus einer Kompaktheit schnell umzuschalten“, erklärt Union-Coach Andreas Schwan. Und er kann sich vorstellen, dass seine Mannschaft diese Fähigkeiten am Sonntag wieder sehr gut zum Einsatz bringen kann. Dafür spricht, dass die SSVg. Velbert als ehemaliger Regionalligist (bis 2016) mittelfristig wieder nach Höherem strebt und personell dementsprechend aufgestellt ist. Da dürfte insbesondere zu Hause der Anspruch sein, einen Aufsteiger zu dominieren. Auf der Trainerposition wurde im Sommer mit der Verpflichtung des Ex-Profis Alexander Voigt (unter anderen 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach) ein deutliches Zeichen gesetzt. Viele Spieler haben Regionalligaerfahrung, so etwa Stürmer Aydin Aliosman, der vorige Saison 23-mal traf und schon wieder bei vier Toren steht.

Im Grenzland bekannt ist Leroy-Jaques Mickels, der zusammen mit seinen beiden Brüdern Joy-Lance und Joy-Slade bei den VSF Amern mit dem Fußballspielen begann, bevor das Trio in die Jugend von Borussia Mönchengladbach wechselte. Dort spielte der inzwischen 23-jährige Leroy-Jaques nach der Jugend eine Saison in der Regionalliga bevor er dann über St. Pauli, Alemannia Aachen und Monheim in Velbert landete. Gegen Nettetal wird er allerdings zuschauen müssen, weil er sich vorigen Sonntag im Derby gegen den SC Velbert vor rund 2000 Zuschauern in der Schlussphase eine Rote Karte einfing. Damit leistete er seinem Team einen Bärendienst, denn in der Nachspielzeit gelang dem SC noch der 2:1-Siegtreffer, womit die erste Saisonniederlage der SSVg. besiegelt war. „Ich denke schon, dass Velbert dadurch etwas unter Druck ist, die müssen kommen. Das kommt uns natürlich entgegen“, sagt Union-Coach Andreas Schwan.

  • Zur Heimpremiere gegen Essen kehrt Kapitän
    Fußball : Nettetal vor der Oberliga-Heimpremiere

Allerdings bewies die SSVg. unter der Woche im Niederrheinpokal schon wieder, über wie viel Qualität sie verfügt. Da sorgten die Velberter für die große Überraschung, als sie den Regionalligisten RW Oberhausen im Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb schmissen. „Wir müssen möglichst ein frühes Gegentor verhindern und uns mit mannschaftlicher Geschlossenheit und hohem läuferischen Einsatz wehren“, erklärt Andreas Schwan seinen Ansatz für die Partie, „dann geht auch gegen Velbert etwas. Das haben uns Hilden und der SC Velbert vorgemacht.“ Auch die waren beide klar in der Außenseiterrolle.

Zum Personal Ausfälle: Pohlig (trainiert nach Verletzung wieder); Einsatz fraglich: Enger (Zerrung), Paul (Rücken)