Fußball-Oberliga : Nettetaler feiern mit Homberg eine Party

Ein hart erkämpftes 0:0 beim Meister VfB Homberg reichte dem SCU am Ende, um in der Fußball-Oberliga zu bleiben.

Als der Schiedsrichter im PCC-Stadion die Partie zwischen dem gastgebenden VfB Homberg und dem SC Union Nettetal beim Spielstand von 0:0 abpfiff, mahnte Gästetrainer Andreas Schwan seine Spieler zur Ruhe. Denn noch stand nicht fest, ob das bei extremen 33 Grad hart erkämpfte Unentschieden gegen die schon lange als Meister feststehenden Homberger reichen würde, um in der Fußball-Oberliga zu bleiben. Das so wichtige Parallelspiel des SC Düsseldorf-West daheim gegen TuRU Düsseldorf lief nämlich noch. Doch um 16:52 Uhr erhielt SCU-Abteilungsleiter Dirk Riether dann per Handy die erlösende Nachricht aus der Landeshauptstadt, dass die Westler 1:3 verloren hatten und Nettetal damit endgültig gerettet war. Der Start für eine große Party: Während die Gäste den Klassenverbleib ausgelassen feierten, lagen sich die Homberger angesichts des Regionalliga-Aufstiegs mit den Fans in den Armen.

„Einfach können wir offenbar nicht“, meinte der etatmäßige SCU-Kapitän Martin Stroetges, der in Homberg wegen einer Erkrankung zum Zuschauen verdammt war, mit Blick auf das neuerliche Herzschlagfinale. Vorige Saison hatten die Nettetaler den Aufstieg erst im letzten Spiel der Relegation perfekt gemacht. Dass es wieder so nervenaufreibend wurde, lag daran, dass die bis vor dem letzten Spieltag 42 gesammelten Punkte nicht reichten, um für klare Verhältnisse zu sorgen. Der ETB SW Essen und der SC-West konnten noch vorbeiziehen, wenn Nettetal nicht gewinnt. Den Essenern gelang das durch einen Kantersieg gegen Speldorf, die Westler schauten am Ende trotz einer tollen Aufholjagd im Saisonfinale in die Röhre. „Ein großes Dankeschön an TuRU Düsseldorf, die noch mal alles reingehauen haben“, sagte Nettetals Trainer Andreas Schwan, der im Moment des Triumphs auch noch anerkennende Worte für die Gastgeber fand: „Im Namen des SC Union Nettetal gratuliere ich dem VfB Homberg zu einer absolut überragenden Saison. Es ist beeindruckend, wie ihr das bis zum Schluss durchgezogen habt.“ Denn nach zuvor sechs Siegen in Folge machten die Homberger auch gegen Nettetal deutlich, dass sie nicht ansatzweise gewillt waren, Geschenke zu verteilen.

Hombergs Trainer Stefan Janßen gratuliert SCU-Kapitän Frederik Verlinden zum Klassenverbleib. Foto: David Beineke

Sie taten trotz der tropischen Temperaturen alles, um sich von den eigenen Fans mit einem Sieg in die Sommerpause zu verabschieden. Doch der überragenden individuellen Qualität und spielerischen Klasse setzten die Gäste vom ersten Moment an mannschaftliche Geschlossenheit und unbändigen Willen entgegen. Dabei mauerte der SCU aber nicht nur, sondern versuchte, den Gegner früh im Aufbau zu stören und suchte auch immer wieder seine Chance im Umschaltspiel, wenn sich die Räume dazu boten. Weil dabei aber oft die Präzision und Passgenauigkeit fehlte, wurde es nie richtig gefährlich, dazu mussten schon Distanzschüsse her.

Nach seiner Einwechselung in der zweiten Spielhälfte ging auch Nettetals Toni Weis (blaues Trikot) beherzt zur Sache. Foto: David Beineke

Die Homberger hatten dagegen etliche klare Chancen, die entweder der mal wieder überragende SCU-Keeper Tim Tretbar oder die Latte (57.) vereitelten. Im Laufe der zweiten Hälfte schwanden dann auf beiden Seiten dir Kräfte, so dass sich das Remis in der letzten Viertelstunde abzeichnete. Bei den Nettetalern kehrten die Kräfte spätestens zurück, als das Happy End klar war. Von Homberg ging’s direkt ins Vereinsheim nach Nettetal, um angemessen weiterzufeiern.