Union Nettetal muss sich in starker Oberliga beweisen - Saison-Check

Fußball-Oberliga : So stark ist die Oberliga am Niederrhein

Für den SC Union Nettetal steht die zweite Saison der Vereinsgeschichte in der fünfthöchsten Spielklasse bevor. Unsere Redaktion gibt einen Überblick, mit wem es die Nettetaler im Kampf gegen den Abstieg zu tun bekommen.

Der SC Union Nettetal geht am Wochenende in seine zweite Saison in der Fußball-Oberliga. Eine Spielklasse, die es in sich hat. Manfred Wölper, Ex-Trainer des ETB SW Essen, sprach vor der vergangen Spielzeit von der stärksten Oberliga Deutschlands. Und die hat augenscheinlich noch mal zugelegt. Nettetals Coach Andreas Schwan ist überzeugt: „Die Oberliga ist insgesamt stärker geworden, es wurde viel Geld investiert.“ Außergewöhnlich: In der neuen Saison sind gleich drei Vereine aus der 84.000-Einwohner-Stadt Velbert dabei. Unsere Redaktion gibt einen Überblick, welche Teams sich nach oben orientieren, wer sich im Mittelfeld tummelt und mit wem sich die Nettetaler im Kampf gegen den Abstieg messen müssen.

TOPFAVORITEN In dieser Kategorie führt kein Weg am SV Straelen vorbei, der in der vergangenen Saison etwas unglücklich aus der Regionalliga abgestiegen ist. Vereinsboss Hermann Tecklenburg lässt keinen Zweifel daran, dass Straelen möglichst schnell in die vierthöchste Spielklasse zurück möchte. Auf dem Trainerposten vertraut der SVS weiter auf die frühere Nationalstürmerin Inka Grings, im Kader herrschte im Sommer eine größere Fluktuation. Dennoch unterstreichen Zugänge wie Ahmet Saglam vom Regionalligisten VfB Oldenburg und jüngst Haluk Türkeri, der beim VfL Bochum zum Profi wurde und zuletzt in der Türkei aktiv war, dass die Straelener hohe Ziele haben. Ebenso macht der Traditionsverein 1. FC Bocholt kein Geheimnis daraus, dass er gerne aufsteigen würde. Bei der Kaderzusammenstellung gab es insbesondere bei der Torwartposition Probleme, doch inzwischen scheint der Dritte der Vorsaison gut gerüstet. Königstransfer für die Truppe von Trainer Manuel Jara ist Angreifer Maurice Exslager. Der 28 Jahre alte Offensivspieler kehrt nach vielen Profijahren, unter anderen beim MSV Duisburg und 1. FC Köln, in seine Heimatstadt zurück. Auch die SSVg Velbert spricht offen davon, dass sie Ambitionen in Richtung Regionalliga hat. Mit dem fünften Platz der Vorsaison war die Truppe des Ex-Profis Alexander Voigt überhaupt nicht zufrieden. So kamen in Gestalt von Torwart Sebastian Wickl und Peter Schmetz vom Wuppertaler SV zwei erfahrene Regionalligakicker, zudem vom Lokalrivalen SC Velbert in Robin Hilger ein vielversprechendes Sturmtalent.

VERFOLGER Es gibt einige Teams, denen von der Papierform zuzutrauen ist, oben mitmischen zu können. Nach einem vierten und zweiten Platz in den beiden vergangen Spielzeiten sollten die SF Baumberg eigentlich zu den Topfavoriten zählen, zumal in Salah El Halimi nach einem Sabbatjahr der Trainer zurückgekehrt ist, mit dem die SF in der Vergangenheit große Erfolge feierten. Doch im Sommer gab es einen Umbruch hin zu einer jüngeren Mannschaft, so dass Halimi selbst nichts vom Aufstieg wissen möchte. Dennoch hat er in Gestalt von Robin Hömig weiterhin einen der besten Spieler der Liga in seinen Reihen. Anders als in der Vorsaison will die SpVg. Schonnebeck nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Großes Augenmerk wurde auf die Stabilisierung der Defensive gelegt, so kamen in Kai Nakowitsch von RW Oberhausen und Adrian Schneider von der SG Wattenscheid zwei Innenverteidiger mit ganz viel Regionalliga-Erfahrung. Kandidat für eine vordere Platzierung ist ganz bestimmt auch Germania Ratingen. Die Ratinger waren in den vergangenen drei Jahren stabil im einstelligen Bereich unterwegs. Kein normaler Aufsteiger ist TVD Velbert. „Wir wollen die Liga aufmischen“, sagte Trainer Hüzeyfe Dogan dem Reviersport selbstbewusst. Unterfüttert werden die markigen Worte mit namhaften Zugängen. So kam etwa Dennis Malura mit ganz viel Regionalliga-Erfahrung vom Wuppertaler SV und jüngst auch noch Patrick Ellguth vom SV Straelen.

Grafik: Frank Langen. Foto: Frank Langen

MITTELFELD Nach einer starken Spielzeit scheint der TSV Meerbusch vor einer schweren Saison zu stehen. Leistungsträger gingen, junge Perspektivspieler kamen. So betonte der Sportliche Leiter Horst Riege gegenüber dem Reviersport, dass für ihn nach einer Kaderverjüngung die Wiederholung von Platz sieben ein Erfolg sei. Nach Platz vier in der Vorsaison geht die Tendenz des 1. FC Monheim eher nach oben. Trainer Dennis Rues setzte auf Kontinuität und hat seine eingespielte Truppe klug ergänzt. Eine sorgenfreie Saison ist auch dem 1. FC Kleve, der sich unter anderem mit Toptorjäger André Trienenjost (zuletzt SV Sonsbeck) verstärkt hat, und dem VfB Hilden zuzutrauen. VfB-Coach Marc Bach konnte beim Tabellenzehnten der Vorsaison den Kader weitgehend zusammenhalten und setzt auf Automatismen. Die Vorbereitung verlief vielversprechend. Nach der großen Enttäuschung der Vorsaison mit dem Fastabstieg soll beim ETB SW Essen der neue Trainer Ralf vom Dorp neue Stabilität bringen. Das Potenzial zu deutlich mehr ist im Kader vorhanden. Einen Umbruch inklusive Trainerwechsel muss TuRU Düsseldorf bewältigen. Coach Francisco Carrasco hat allerdings seine Fähigkeiten in Baumberg eindrucksvoll bewiesen, und der neue Stürmer Aliosman Aydin hat bei der SSVg Velbert nachhaltig gezeigt, dass er weiß, wo das Tor steht.

GEFAHRENZONE Dort sieht sich der SC Union Nettetal, der sich auf ein weiteres ganz schweres Jahr einstellt. Noch schwerer könnte es für den SC Velbert werden, der wie die Nettetaler in seine zweite Oberliga-Saison geht. Doch im Gegensatz zum SCU müssen die Velberter sich auf einen neuen Trainer einstellen. Nach vielen erfolgreichen Jahren unter Ralf vom Dorp hat nun der unerfahrene Patrick Knieps (30) übernommen. Weh tut sicher auch der Abgang von Toptorjäger Robin Hilger. Zudem wäre es keine große Überraschung, wenn die anderen Aufsteiger Cronenberger SC, FC Kray und SF Niederwenigern gegen den Abstieg kämpfen würden. Spannend ist die Frage, wie der FC Kray, der sogar schon mal in der Regionalliga spielte, die Turbulenzen des Sommers verkraftet. Denn wie der Reviersport berichtet, führten finanzielle Probleme dazu, dass einige Transfers wieder rückgängig gemacht werden mussten und zunächst auch Aufstiegscoach Michael Lepore abdankte. Lepore überlegte es sich aber anders und ging doch mit Kray in die Vorbereitung. Aber am Montag trat Lepore völlig überraschend ein zweites Mal zurück. Inzwischen hat Philip Kruppe übernommen, der zuletzt den SV Burgaltendorf coachte.

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