Fußball : Nettetaler Fehler wird gnadenlos bestraft

Im Heimspiel gegen Mitaufsteiger 1. FC Kleve kassierte Fußball-Oberligist Union Nettetal wieder ein unglückliche 0:1-Niederlage.

Martin Stroetges wird in der Nach zu Montag wahrscheinlich nicht gut geschlafen haben. Denn ausgerechnet der sonst so zuverlässige Kapitän des Fußball-Oberligisten Union Nettetal war es, der mit einem fatalen Fehlpass und dem daraus resultierenden Gegentor im Heimspiel gegen Mitaufsteiger 1. FC Kleve die zweite Saisonniederlage seines Teams schon früh auf den Weg brachte. Und weil den Nettetalern in der Folge trotz aller Bemühungen kein eigener Treffer mehr gelang, stand unter dem Strich ein unglückliches 0:1 (0:1).

Nicht nur vom Ergebnis her eine Kopie der Heimniederlage von vor zwei Wochen gegen den SC Düsseldorf-West, sondern auch von der Spielanlage. Während sich die Klever darauf beschränkten, aus einer gut sortierten Defensive auf Fehler der Gastgeber zu lauern, waren die Nettetaler gefordert, mit ihrem hohen Anteil an Ballbesitz die richtige Balance zwischen Risiko und Absicherung zu finden. Da spielte es den Kleveren natürlich perfekt in die Karten, dass Martin Stroetges in der 11. Minute einen Blackout hatte. Nachdem er im Mittelfeld angespielt worden war, drehte er sich Richtung eigenes Tor und spielte Yusuke Unoki den Ball maßgeschneidert in den Fuß. Dass der Klever nach seinem Antritt allerdings so mühelos durch die Union-Abwehr kam wie das berühmte heiße Messer durch die Butter, bevor er Torwart Tim Tretbar umkurvte und zum 1:0 einschob, stellte der gesamten Union-Defensive in dieser Szene überhaupt kein gutes Zeugnis aus. „In der Oberliga wird nun mal jeder Fehler bestraft. Aber wir haben da auch nicht gut umgeschaltet und den Angriff unterbunden“, sagte der Coach von Union Nettetal.

Anschließend zeigten die Gastgeber allerdings, dass sie aus der ebenso unglücklichen Niederlage gegen den SC Düsseldorf-West vor zwei Wochen ihre Lehren gezogen hatten. Denn während sie sich damals überaus schwer taten, überhaupt mal gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen, kombinierten sie bis zur Halbzeit oft flach und mit hohem Tempo bis zum gegnerischen Strafraum. Von einem Kraftverschleiß nach dem Pokalsieg am Donnerstag gegen 2:1-Ratingen war da nichts zu merken. Der vermeintliche Ausgleich fiel dann aber nach einem Freistoß von Petar Popovic, als sich Dennis Homann im Strafraum im Rücken der Abwehr freigeschlichen hatte. Homann traf zwar aus kurzer Distanz, doch der Schiedsrichter entschied auf Abseits. In der Folge war es Torjäger Petar Popovic, der zweimal hätte ausgleichen können, doch einmal hielt der Torwart glänzend (25.) und das andere Mal verzog er knapp (30.).

Nach dem Seitenwechsel bekamen die Gäste dann wieder deutlich mehr Zugriff auf das Spiel, weil sie sich nicht mehr so tief in die eigene Hälfte drängen ließen. So kamen die Nettetaler lange Zeit nicht mehr wirklich gefährlich vor das gegnerische Tor, während Kleve schon in der 71. Minute nach einem Konter auf 2:0 hätte erhöhen müssen, als Levon Kurikciyan mit einem Lupfer am starken Union-Keeper Tim Tretbar scheiterte. Als die Nettetaler dann in den letzten zehn Minuten eine Schlussoffensive starteten, entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem beide Teams noch exzellente Chancen hatten, aber nicht mehr trafen. Nachdem Andreas Schwan die Schlappe gegen den SC Düsseldorf-West noch relativ schnell unter „kann passieren“ verbucht hatte, arbeitete es nach der Kleve-Partie länger in dem Union-Trainer: „Ich ärgere mich über diese Niederlage, weil sie vermeidbar gewesen wäre.“

Mehr von RP ONLINE