Fußball : Union Nettetal kann doch noch verlieren

In Vorbereitung, Pokal und Meisterschaft blieben Unions Oberliga-Fußballer lange ungeschlagen. Gegen Düsseldorf-West hieß es 0:1.

Im ersten Sonntagsheimspiel in der Fußball-Oberliga präsentierte sich das Umfeld des SC Union Nettetal mit einer nagelneuen elektronischen Anzeigentafel, einem neuen Stadionsprecher und einer Pressekonferenz noch professioneller aufgestellt. Und auch die Mannschaft der Nettetaler stellte gegen den SC Düsseldorf-West erneut ihre Oberligatauglichkeit unter Beweis. Doch das alles nützte nichts: Nach vielen Wochen auf der Erfolgswelle mit Aufstieg, starker Vorbereitung, Niederrheinpokal und tollem Meisterschaftsstart setzte es gegen die Düsseldorfer eine unglückliche 0:1 (0:0)-Niederlage. Lange Zeit lief alles auf ein Unentschieden hinaus, doch unter dem Strich war es ein Standard, der den Gästen einen knappen Erfolg bescherte.

„Der Sieg für Düsseldorf war glücklich, aber nicht unverdient“, zeigte sich Union-Coach Andreas Schwan Andreas Schwan als fairer Verlierer. Allerdings schränkte er auch ein: „Eigentlich war das ein typischen Unterschieden-Spiel. Insgesamt hatten wir die besseren Chancen. Und wenn wir in Führung gehen, nimmt das Spiel sicher einen anderen Verlauf.“ Dass die Partie insbesondere in der ersten Hälfte weitgehend ereignislos verlief, hatte mit der taktischen Ausrichtung beider Mannschaften zu tun. Denn während die Nettetaler in den ersten drei Partien auf Mannschaften getroffen waren, die den Anspruch hatten, dominant und mit viel Ballbesitz aufzutreten, versuchten die Westler, die Union mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen. Sie spielten diszipliniert aus einer guten defensiven Grundordnung und lauerten auf Fehler. Da allerdings die Gastgeber keineswegs gewillt waren, ins offene Messer zu laufen, entwickelte sich ein ziemlich zäher Kick.

Direkt nach dem Seitenwechsel gab es dann einen Schreckmoment für die Nettetaler, die aufgrund einer kurzfristigen Verletzung von Frederik Verlinden und der nicht hundertprozentigen Fitness von Bastian Levels erstmals in der laufenden Saison mit der Innenverteidigung Martin Stroetges und Blerim Rrustemi in ein Spiel gegangen waren. Weil Stroetges aber Gelb gesehen hatte und nicht so gut ins Spiel gekommen war, kam in der Pause Levels für ihn und befand sich direkt in höchster Not. Nach einem Steilpass auf Sebastian Sanstana stand er eigentlich besser zum Ball, ließ sich aber überlaufen. Zum Glück für ihn schob Santana frei vor Union-Keeper Tim Tretbar den Ball aber klar am langen Pfosten vorbei. Als Tretbar dann auch noch Probleme mit einem Fernschuss hatte, war das offenbar ein Weckruf für die Union, die in der Folge deutlich das Tempo anzog und in ihrer stärksten Phase die Entscheidung suchte. Während zunächst zwei kunstvoll gezirkelte Schüsse von Petar Popvic und Marc Paul ihr Ziel knapp verfehlten, war es zuerst Paul, der den Ball ans Lattenkreuz hämmerte (74.).

Dann verlängerte der eingewechselte Markus Keppeler per Kopf in die Lauf von Popovic, der den Ball in den Strafraum mitnahm und mit seinem starken linken Fuß nur den Pfosten traf (76.). Ausgerechnet in dieser Phase war es ein Freistoß aus dem Halbfeld, bei dem SC-Spieler Dennis Ordelheide im Union-Strafraum völlig unbewacht war und Jeff Gyasi anköpfte, von dem der Ball ins Tor trudelte. „In dieser Phase haben wir insgesamt zu viele Standards für den Gegner produziert“, stellte Schwan fest, der aber weit davon entfernt war, Trübsal zu blasen. „Wir können die Niederlage realistisch einordnen, so etwas kann immer passieren“, sagte er und wollte auch noch festgehalten wissen: „Unter dem Stich ist unser Saisonstart gelungen.“

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