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Handball: TVL und Sopov trennen sich nach Saison

Handball : TVL und Sopov trennen sich nach Saison

Der Handball-Oberligist TV Lobberich muss sich vor dem ersten Spiel des Jahres in Wesel mit der Trainerpersonalie beschäftigen. Der Verein will eine junge Mannschaft aufbauen, der neue Coach soll Stallgeruch haben.

Der TV Lobberich und Trainer Goran Sopov gehen nach dieser Saison schon wieder getrennte Wege. "Wir haben uns darauf verständigt, den Vertrag nicht zu verlängern", sagt Sopov, der erst im vergangenen Sommer beim TVL angeheuert hatte, kurz vor dem ersten Spiel des neuen Jahres. Unabhängig von seiner Person gelte es für seine Handballer aber, weiterhin Vollgas zu geben. "Es ist wichtig, dass wir in der Liga bleiben. Ich möchte die Aufgabe unbedingt vernünftig zu Ende bringen, denn das, was auf diesem Level am Ende bleibt, sind die Freundschaften", meint der Trainer. Der TV Lobberich startet am Sonntag bei der HSG Wesel in das Oberligajahr 2017.

Zu den Gründen für die Trennung nahm Hendrik Schoenkes aus der sportlichen Leitung der Lobbericher Stellung. "Es lag definitiv nicht an Gorans Person oder an seiner Trainertätigkeit. Wir haben als Verein beschlossen, uns wieder mehr auf den TV Lobberich auszurichten, sprich intern die Verzahnung zur eigenen Jugend und zur zweiten Mannschaft zu verstärken", erklärt sagt Schoenkes und ergänzt: "Wir wollen mittelfristig ein junges und entwicklungsfähiges Team aufbauen, das lange mit einem Trainer zusammenarbeiten kann." Dieser Plan sei theoretisch auch mit Sopov umzusetzen gewesen, doch der, so Schoenkes, habe das für sich nicht als den richtigen Weg gesehen. Aktuell läuft die Trainersuche der Lobbericher, eventuell soll es nächste Woche schon Klarheit geben. Das Anforderungsprofil ist klar und grenzt den Kandidatenkreis stark ein. "Es muss jemand sein, der den Verein und seine Strukturen sehr gut kennt", sagt Schoenkes.

Sopovs Engagement bei den Lobberichern stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Avisierte Neuzugänge fanden dann doch nicht den Weg nach Nettetal. Als es wirklich losging, war der Kader klein, aber für die Oberliga gut besetzt. Doch die gravierenden Verletzungsprobleme, mit denen sich die Handballer seit Saisonbeginn herumschlagen müssen, machten die Aufgabe extrem schwer. Woche für Woche halfen Spieler aus der zweiten Mannschaft aus, damit für den Notfall wenigstens Auswechselspieler bereit stehen. Daran ändert sich auch 2017 zunächst nichts. Christopher Liedtke macht erste Schritte in der Reha. Kevin Barbee plagt sich mit einem dicken Knie. Ruben Dorenbeck steigt nach seiner Knieverletzung in dieser Woche ins Training ein. "Es ist schwer, dass alles zu kompensieren, aber es ist eben kein Wunschkonzert", sagt Sopov. Der Coach hofft, dass seine gesunden Spieler ihre teilweise überragende Form aus den letzten Wochen von 2016 ins neue Jahr retten können. Denn aus den jüngsten fünf Spielen holte seine Mannschaft beachtliche sieben Punkte. Diese tragen wesentlich dazu bei, dass sich die Lobbericher einen Vorsprung von vier Punkten auf die Abstiegsränge erspielt haben.

In Wesel, beim Tabellenfünften, erwartet die Lobbericher Truppe erneut eine schwere Aufgabe. "Ich habe einen Riesenrespekt. Sie sind zu Hause schwer zu schlagen", erklärt Sopov. Mitte Oktober standen sich beide Teams in der zweiten Runde des HVN-Pokals schon einmal gegenüber. Damals behielten die Lobbericher in Nettetal knapp mit 27:25 die Oberhand. "Ich kenne Wesel auch aus den Vorjahren. Im Pokal hatten sie keinen guten Tag. Da haben ihnen auch Spieler gefehlt", berichtet Sopov. Normalerweise spielt Wesel mit einer robusten und sehr starken 6:0-Abwehr. Im Angriff verfüge die Truppe, so Sopov, über gute Schützen aus dem Rückraum.

(RP)