Handball-Oberliga : Handball-Oberligist überrascht auch dank neuer Flexibilität

Der TV Lobberich gehört zu den Überraschungen in der Oberliga. Auch das Ergebnis harter Arbeit in der Vorbereitung.

Nach acht Spieltagen in der Oberliga kristallisiert sich langsam, aber sicher heraus, wohin die Reise für die einzelnen Vereine gehen kann. Bis dato läuft es an der Spitze und am Tabellenende im Großen und Ganzen so, wie im Vorfeld der Saison vermutet. Die rühmliche Ausnahme scheint der TV Lobberich zu sein, der mit 10:6 Punkten momentan den  vierten Tabellenplatz inne hat.

Mit einer großen Selbstverständlichkeit ruft der TVL Woche für Woche gute Leistungen ab, agiert und reagiert deutlich variabler als vor einem Jahr. Diese neue Variabilität ist im Training hart erarbeitet worden, aber auch eine Folge des stärkeren Kaders. Da ist zunächst einmal Rückkehrer Benedikt Liedtke, der mit seiner Regionalliga-Erfahrung für deutlich mehr Qualität sorgte. So sind die Lobbericher gerade aus dem Rückraum deutlich stärker und unberechenbarer geworden. Aber auch wenn es auf dieser Position mal nicht so gut läuft, wie jüngst gegen den groß gewachsenen Innenblock der Haaner Abwehr, ist der TVL nicht aufgeschmissen.

Spielertrainer Christopher Liedtke kann taktisch umstellen, etwa sindem bei den eigenen Angriffen den Torwart herunter nimmt und mit sieben Feldspielern agiert. Ein Mittel, das seit zwei Monaten intensiv im Training einstudiert wird. Mit schnellen Bewegungsabläufen wurden gegen Haan die gegnerischen Abwehrspieler gebunden und immer wieder die eigenen Außenspieler in gute Wurfpositionen gebracht. Auf der rechten Außenbahn nutzte Mannschaftskaptiän Jan von Eycken, mit 28 Jahren der älteste und erfahrenste Akteur des TVL, seine Freiräume und auf der linken Außenbahn wusste der gerade 19-jährige Lauritz Weiß, ein weiterer Neuzugang, ebenfalls seine Chancen zu nutzen.

„Mit sieben Feldspielern erfolgreich zu sein, gehörte bereits im Vorfeld zu unserem Matchplan“, betonte Spielertrainer Christopher Liedtke. „Das ist ein Mittel, dass auch gegen eine Manndeckung oder gegen eine sehr offensive Deckung sehr probat ist.“ Schließlich wusste er ja auch, was auf ihn zukommt, denn die auf die jeweiligen Gegner bereitet sich der Trainer stets mit Videoanalysen vor. Dafür muss Christopher Liedtke auch nicht jedes Spiel besuchen, sondern steht im regen Austausch mit den Trainern des VfB Homberg und der SG Langenfeld II.

So oder so kann auf jeden Gegner reagiert werden, weil der Kader des TV Lobberich auch in der Breite deutlich an Qualität gewonnen hat. „Wir sind eine sehr junge Mannschaft und die Spieler lernen schnell dazu“, freut sich der Lobbericher Coach. „Wenn einmal einer einen schlechten Tag, dann springt eben ein anderer in die Bresche und außerdem haben wir jetzt auch Spieler, die ich nicht nur auf einer Position einsetzen kann.“ Diese neue Variabilität kann dann am Wochenende beim TSV Aufderhöhe erneut unter Beweis gestellt werden. Eigentlich wäre das Wochenende spielfrei gewesen, doch die Verlegung steht schon lange fest. So nutzen die Lobbericher nun den 7. Dezember für ihre Weihnachtsfeier.

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