TV Lobberich vor dem Spiel bei der HSG Neuss/Düsseldorf II

Handball-Obereliga : Wenn der ältere Bruder erstmals der Trainer ist

Benedikt Liedtke hat im ersten Spiel nach seiner Rückkehr zum TV Lobberich in der Handball-Oberliga geglänzt. In Neuss geht es weiter.

Mit einem 30:27-Erfolg über den TV Angermund feierte der Handball-Oberligist TV Lobberich einen gelungenen Saisoneinstand und daran hatte Neuzugang Benedikt Liedtke einen großen Anteil. Der Rückraum-Allrounder erzielte immerhin elf Tore und war vom Gegner zu keinem Zeitpunkt des Spieles unter Kontrolle zu bringen. Das Lobbericher Urgestein spielte zuvor zwei Jahre beim TV Aldekerk in der Regionalliga Nordrhein. „Da habe ich wirklich einen Sahnetag erwischt“, freut sich der Bruder von Trainer Christopher Liedtke vor dem Auswärtsspiel bei der HSG Neuss/Düsseldorf II. „In der Vorbereitung lief es bei mir zwar auch schon ganz gut, aber gegen Angermund bin ich richtig explodiert.“

Den Wechsel vor zwei Jahren nach Aldekerk begründete er damit, dass er mal etwas Neues kennenlernen wollte, doch jetzt sei es wieder an der Zeit gewesen, zu seinem Stammverein zurückzukehren. „Natürlich hat mein Bruder mich immer gefragt, wann ich denn zurückkommen, doch es war auch schön, in Aldekerk Erfahrungen zu sammeln“, so Benedikt Liedtke. „Da einige meiner Freunde in Lobberich spielen und mein Bruder der Trainer ist, habe ich mich entschlossen, zurückzukehren. Wir sind eine relativ junge Truppe, die sich zu keinem Zeitpunkt aufgibt. Und ich glaube auch, dass wir das Potenzial haben, Mannschaften zu ärgern, die in der Tabelle weit oben stehen.“ Jetzt geht es für ihn aber zunächst mal darum, so viele Punkte wie möglich zu sammeln, um möglichst schnell die Abstiegsregion hinter sich zu lassen.

Ungewohnt ist die Konstellation, von seinem eigenen Bruder trainiert zu werden. „Da gibt es eigentlich überhaupt keine Schwierigkeit“, betont der jüngere Bruder des Trainers. „Wir verstehen uns privat wirklich sehr gut und arbeiten auch in einer Firma zusammen. Zwar setzt er mich im Rückraum auf allen Positionen ein, obwohl ich am liebsten auf der Mitte spiele, aber ich gehe dahin, wo der Trainer es sagt, die Hauptsache ist doch, dass ich spiele.“ Nun kann es auch sein, dass die kommenden Gegner wegen seiner Gala-Vorstellung gegen Angermund auf ihn aufmerksam geworden sind und ihn eventuell mit einer Sonderbewachung bedenken, aber auch in diesem Fall bleibt Benedikt Liedtke recht cool: „Wir haben genügend andere Spieler, die das Team leiten und ein Spiel entscheiden können. Dann haben wir sogar mehr Platz.“

Im nächsten Spiel bei der HSG Neuss/Düsseldorf erwartet die Lobbericher eine extrem junge Mannschaft, dagegen ist selbst das TVL-Team recht erfahren. „Allerdings weiß man nie, wen sie aus der ersten Mannschaft spielen lassen, aber damit müssen wir klar kommen. Wichtig wird es insbesondere sein, ein gutes Rücklaufverhalten an den Tag zu legen, um nicht zu viele Tore über Tempogegenstöße zu kassieren“, erklärt Trainer Christopher Liedtke. Verzichten muss er wohl nur auf Justus Dambacher, der an einem Mittelfußbruch laboriert.

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