Handball-Oberliga : TV Lobberich vorne hui und hinten pfui

Die Oberliga-Handballer aus Nettetal zeigten im Heimspiel gegen vorher punktgleiche Mettmanner eine starke Offensivleistung, kassierten aber zu viele Gegentore. Unter dem Strich stand eine verdiente 29:33-Niederlage.

Die Handballer des TV Lobberich zogen gegen Mettmann-Sport den Kürzeren. Der Oberliga-Aufsteiger handelte sich mit dem 29:33 (15:17) vor heimischer Kulisse die dritte Saison-Niederlage ein. „Wir haben nicht die beste Abwehr gespielt. Mettmann hat verdient gewonnen“, sagte Trainer Christopher Liedtke.

Seine Mannschaft kam gut in die Partie. Über 1:0 und 2:1 erspielten sich die TVL-Männer Selbstvertrauen. Das galt aber für die Gäste ebenso. Angeführt von 2-Meter-Mann Andre Loschinski trafen auch die Mettmanner in der Offensive beinahe nach Belieben. Manchmal auch aus großer Entfernung mit dem Glück im Bunde, wenn der Ball vom Innenpfosten im Netz landete. Nach 5:4 und 7:8 setzten sich die Mettmanner etwas ab. „Vorne hatten wir einen guten Zugriff, leider nicht in der Abwehr“, kommentierte Liedtke. Schon früh sah sich der Coach gezwungen, seine gewohnte 6:0-Abwehr umzustellen. Die Lobbericher mussten den Tatendrang von Loschinski irgendwie eingrenzen. Das gelang mit der 5:1-Variante phasenweise sehr ordentlich. Mettmann führte zwar konstant, doch die Gastgeber blieben in diesem Verfolgerduell der Tabellenzweiten nach Punkten auf Schlagdistanz. Beim 15:17 wechselten die Teams die Seiten. „Das war echt gut“, meinte Liedtke.

Es sollte zu Beginn der zweiten Hälfte zunächst noch besser werden. Lobberich glich zum 17:17 aus und kam nach erneutem Rückstand auch zum 19:19. Die Freude währte nicht lange. Denn obwohl die Lobbericher in der Offensive über den starken Felix Himmel (elf Tore) immer gefährlich waren, blieben sie in der Abwehr anfällig. Egal, wer sich neben Dennis Föhles im Abwehrzentrum versuchte, die Lobbericher bekamen ihr Defensiv-Bollwerk einfach nicht aufgebaut. „Wir haben versucht, Mettmann in der Abwehr stetig vor neue Aufgaben zu stellen, aber sie hatten immer Lösungen, über die schnelle Mitte, die zweite Welle und auch über die Einwechselspieler“, sagte Christopher Liedtke.

Nach dem 19:19 zogen die Gäste über 24:20 davon. In der Folge arbeitete sich der TV Lobberich immer wieder heran, um sich postwendend wieder Gegentore zu fangen, so dass der Vorsprung der Mettmanner in der Regel drei bis vier Tore betrug. Die Gäste spulten ihr Programm mit aller Routine ab, sie zogen lange Angriffe auf, warteten geduldig auf die beste Wurfchance und verwandelten durchweg sicher. Diese Zeit blieb den Gastgebern nicht. Sie suchten den schnellen Weg zum Torerfolg. Das gelang zum Beispiel über den starken Linksaußen Florian Mähler sehr gut, fruchtete aufgrund der defensiven Schwierigkeiten im Ergebnis letztlich nicht. „Mit dem Angriff bin ich wirklich zufrieden. Der Ball lief gut, so wie wir das im Training einstudiert hatten. Mit der Abwehr kann ich aber nicht zufrieden sein. 33 Gegentore sind echt zu viel“, sagte Liedtke.