TV Geistenbeck und TSV Kaldenkirchen vor dem Topspiel in der Handball-Verbandsliga

Handball-Verbandsliga : Ein ziemlich unerwartetes Spitzenspiel

In der Verbandsliga empfängt der Tabellenzweite TV Geistenbeck den Dritten TSV Kaldenkirchen.

Ging es vor dem Saisonstart darum, Mannschaften zu benennen, die in der Verbandsliga zu den Favoriten um den Aufstieg in die Oberliga zählen, wurden häufig Vereine wie die HSG Vennikel, der TV Kapellen, der SV Neukirchen und der TV Geistenbeck. Nach vier Spieltagen mischt auch der TSV Kaldenkirchen überraschend oben mit. Am Samstag empfangen die Geistenbecker den TSV.

Was macht die Begegnung zu einem Topspiel?

Das ist eindeutig die tabellarische Situation, denn Geistenbeck liegt auf dem zweiten und Kaldenkirchen auf dem dritten Tabellenplatz.

Mit welcher Bilanz geht Geistenbeck in das Topspiel?

Die Schützlinge von Trainer Thomas Laßeur haben die Erwartungen bis dato erfüllt und weisen eine blütenweiße Weste auf. Die Erfolge gegen den Aufsteiger HC TV Rhede und Treudeutsch Lank sind unter der Kategorie Pflichtsiege einzuordnen. Anders sieht es da schon mit dem Erfolg gegen den TV Aldekerk II aus, eine sehr spielstarke Mannschaft, gegen die jeder Zeit ein Ausrutscher möglich ist. Allerdings war der deutliche 29:21-Sieg gegen den TV Kapellen schon ein Fingerzeig. Einen direkten Konkurrenten so zu dominieren, hat sicherlich schon einen höheren Aussagewert.

Was sind die Stärken der Geistenbecker?

Der TVG ist eine eingespielte Mannschaft und hat sich vor der Saison mit Rückraumspieler Timo Hüpperling noch einmal richtig gut verstärkt. Das Team ist sehr variabel, kann auf verschiedene Spielsysteme zurückgreifen und hat bei Auswechselungen keinen Qualitätsverlust. Ein weiterer wichtiger Aspekt des aktuellen Erfolge ist, dass kein Gegner auf die leichte Schulter genommen wird und man nicht auf zukünftige Möglichkeiten sieht, sondern nur von Spiel zu Spiel denkt.

Wie läuft die Saison bislang für Kaldenkirchen?

Ohne Wenn und Aber läuft es für den TSV richtig gut, denn 7:1-Punkte sind für eine Mannschaft, die sich den Klassenerhalt als Ziel gesetzt hatm schon ein echtes Pfund. Allein diese Zielsetzung betrachtend, waren die Siege in Rhede und bei der HSG Wesel wohl einkalkuliert, allerdings ließen das Unentschieden gegen Aldekerk und der Erfolg gegen Lank dann doch aufhorchen. Natürlich sprechen die Verantwortlichen davon, sieben Punkte gegen den Abstieg gesammelt zu haben, was dann doch ein wenig nach Understatement klingt.

Wodurch hat Kaldenkirchen bislang überzeugt?

Eigentlich ist es überraschend, dass es so gut läuft, denn Trainer Rüdiger Winter muss gleich sechs neue Spieler in die Mannschaft integrieren, was allerdings richtig gut funktioniert. So zum Beispiel den erst 18-jährigen Nils Coenen, der in kürzester Zeit zum Abwehrchef aufstieg. Ein Grund des Erfolges ist sicherlich der unbändige Ehrgeiz der Mannschaft, die sich zu keinem Zeitpunkt aufgibt.

Mit dieser Konstellation war vor der Saison nicht zu rechnen. Ist diese Partie denn jetzt wirklich ein Topspiel?

Wahrscheinlich ja, denn auf der einen Seite sind da die Hausherren, die durch den Heimvorteil und die große Qualität innerhalb der Mannschaft favorisiert ins Rennen gehen. Denn sie können auf die beste Abwehr der Liga bauen, die durchschnittlich erst 22 Gegentore kassiert hat. Auf der anderen Seite die Gäste, die unbeschwert an die Aufgabe herangehen können, weil sie von kaum jemanden in den oberen Tabellenregionen erwartet wurden. Außerdem verfügen sie über einen sehr starken Rückraum und stellen momentan den zweitbesten Angriff der Liga. Gewinner sind auf jeden Fall die Zuschauer, die sich auf eine interessante Begegnung freuen dürfen.

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