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TuRa Brüggen nach dem sicheren Klassenverbleib in Feierlaune

Fußball-Bezirksliga : Brüggener feiern ihr Fußballwunder

Zur Winterpause rangierte die TuRa in der Fußball-Bezirksliga hoffnungslos abgeschlagen auf dem letzten Platz. Doch die Mannschaft startete eine starke Aufholjagd, die am Sonntag mit dem Heimsieg gegen Strümp erfolgreiche endete.

Als am vergangenen Sonntag mal wieder dicke, grüne Rauchschwaden über die Sportanlage auf dem Brüggener Vennberg zogen, fühlte sich manch einer der Zuschauer bestimmt drei Jahre zurückversetzt. Damals schafften die heimischen TuRa-Fußballer den Aufstieg in die Bezirksliga und lösten damit einen wahren Feiermarathon aus. Am vergangenen Wochenende gab es nach der Partie gegen den SSV Strümp wieder etwas zu feiern. Durch den 6:1-Heimsieg und die Ergebnisse der Konkurrenz steht schon einen Spieltag vor Schluss fest, dass die Brüggener den Klassenverbleib sicher und damit ihr ganz persönliches Fußballwunder vollbracht haben.

Schließlich dürfte es im Dezember kaum jemanden gegeben haben, der auch nur einen Pfifferling auf die Brüggener gesetzt hätte. Nach einer katastrophalen Hinrunde und zwei verlorenen Rückrundenpartien ging die TuRa mit nur zehn Punkten in die Winterpause. Damit hatten sich schon zehn Zähler Rückstand auf das rettende Ufer angehäuft. „Ich bin zwar kein Statistikfreund, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es schon viele Mannschaften gegeben hat, die nach 19 Spielen zehn Punkte hatten und dann noch den Klassenverbleib geschafft haben“, sagte TuRa-Trainer Trainer Jakob Scheller, als ihn unsere Redaktion am Montag in der Brüggener Torschänke erreichte. Dorthin war er mit einigen Spielern zurückgekehrt, um die Ereignisse des Vortages aufzuarbeiten und weiter zu feiern.

 Die TuRa-Spieler schmeißen Trainer Jakob Scheller in die Luft.
Die TuRa-Spieler schmeißen Trainer Jakob Scheller in die Luft. Foto: Fupa
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Denn nachdem der Klassenverbleib festgestanden hatte, gab es kein Halten mehr, der Vennberg verwandelte sich in einer Partymeile. Mannschaft, Anhang und die Vereinsverantwortlichen feierten ausgelassen. „Erst haben wir das Vereinsheim leer getrunken und dann haben wir in der Torschänke weitergemacht“, sagte Scheller. Nach ein paar Stunden Schlaf und die Rückkehr in die Brüggener Gaststätte hatte er aber schon wieder einen recht klaren Blick auf die zurückliegenden Monate. „Es war mega anstrengend, aber eine unfassbare Leistung der Jungs. Man kann gar nicht hoch genug loben, wie sie das hinbekommen haben“, erklärte der 29-jährige Scheller, der als ehemaliger TuRa-Spieler ohne Trainererfahrung im Seniorenfußball im Juni 2018 nach dem überraschenden Rücktritt von Markus Steffens den Job übernommen hatte. Für den quantitativ knapp besetzten und jungen TuRa-Kader lief die Hinrunde dann extrem schlecht, auch weil immer wieder wichtige Spieler verletzt passen mussten.

Bei den drei Winterverpflichtungen war in Torwart Steven Salentin zwar auch ein echter Volltreffer dabei, doch entscheidend war, dass nach dem Winter Spieler wie Yannik Willemsen und Thomas Erkes konstant zur Verfügung standen und einem Talent wie Luca Dorsch (18) ein Entwicklungssprung gelang. „Wir haben aber nicht viel anders gemacht. Wir sind uns treu geblieben und haben auch in schwierigen Phasen versucht, aktiven Fußball mit Ballbesitz zu spielen“, erklärte Scheller. Gleichwohl gab es zwischendurch heftige Zweifel, insbesondere nach drei Niederlagen aus den ersten vier Spielen des neuen Jahres sowie den im April unglücklich verlorenen Partien gegen Mennrath und Lürrip. Aber vier Siege in Folge machten das Fußballwunder dann perfekt. Doch bei aller Freude, Scheller will auch das Saisonfinale beim Dülkener FC noch erfolgreich bestreiten. Und für die Zukunft ist ihm auch nicht bange: „Das war erst der Anfang unseres Weges.“