1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen
  4. Lokalsport Region Viersen

TuRa Brüggen kostet Burgpokal-Absage 30.000 Euro

Fußball in Zeiten von Corona : Die Burgpokal-Absage kostet TuRa Brüggen 30.000 Euro

Auch im Amateurfußball leiden die Klubs unter den Folgen des Coronavirus. TuRa Brüggen musste den Burgpokal absagen und hat daher hohe Verluste zu beklagen. Auch der Grenzland-Cup in Schwalmtal findet nicht statt.

Der wochenlange Ausfall von Spielen nagt nicht nur an den Nerven der aktiven Fußballer, die sich alleine fit halten müssen, ohne genau zu wissen, wann das nächste Mal ein Meisterschafts- oder auch nur ein Freundschaftsspiel stattfinden wird. Auch die Vereine, die im Sommer Turniere austragen wollten, haben aufgrund der Corona-Krise und des damit verbundenen Großveranstaltungs-Verbots bis mindestens Ende August die Turniere schon jetzt abgesagt.

Davon ist auch das wohl größte Turnier im Grenzland betroffen, das Brüggener Burgpokal-Turnier, das Ende Juli stattfinden sollte. Die 33. Auflage fällt aus. Der  Grenzland-Cup in Schwalmtal ist ebenfalls abgesagt worden. Und auch der 36. Rurdorfer Sommercup, der vom 20. Juli bis zum 2. August gewesen wäre. Das teilte der Ausrichter FC 06 Rurdorf  mit.

„Das ist schon eine mehr als bittere Pille“, sagt Hans-Willi Cüsters, 1. Vorsitzender von Tura Brüggen, und gleichzeitig auch „Burgpokal“-Mitbegründer. „Auf das Turnier freuen sich jedes Jahr zahlreiche Mannschaften aus der ganzen Region im Rahmen der Saison-Vorbereitung. Auch viele Zuschauer zieht es dann immer wieder an den Vennberg“, sagt Cüsters. Der Ausfall des Turniers schlägt zudem eine tiefe finanzielle Delle in die Vereinskasse. „Inklusive der Sponsoreneinnahmen, gehen uns alleine mit diesem Turnier rund 30.000 Euro Einnahmen verloren“, sagt Cüsters.

Dabei hatten die Turaner, die derzeit alle Trainer und Übungsleiter ohne Honorar freigestellt und auch der Klubgastronomie die Pacht vier Monate erlassen haben, im Sommer so viel vor. Das traditionelle Jugendturnier, an dem in den letzten Jahren über 800 Nachwuchskicker mit von der Partie waren, ist abgesagt worden, genauso kann die zuletzt immer beliebtere alljährliche Brüggener Team-Cross-Challenge auf dem Vennberg (ein Lauf-Parcour mit zahlreichen Hindernissen mit Wassergräben) Anfang Juni nicht stattfinden. „Rund 500 Aktive haben letztes Jahr dort teilgenommen“, sagt Cüsters. „Dieser neuartige sportliche Wettkampf hat auch viele Zuschauer angelockt.“

Der TuRa-Chef dämpft trotz der steigenden Corona-Lockerungen im gesellschaftlichen Leben die Erwartungen im eigenen Lager. „Natürlich wollen die meisten verständlicherweise dann direkt wieder loslegen“, sagt Cüsters. „Aber die Corona-Vorschriften stellen uns wohl die nächsten Monate vor extreme Anstrengungen.“ Er meint unter anderem das Klubheim und den Zeitpunkt, wann es wieder öffnen darf, die Abstands- und Mundschutzvorschriften, die dann eingehalten werden müssen, aber auch die Nutzung der Kabinen und Toiletten. „Wir sind kein Bundesliga- und Profi-Verein, der genügend Personal hat, um die Vorschriften ganz sicher einhalten zu können“, sagt Cüsters. „Egal, wie es jetzt weitergeht, wir müssen mit dem ‚neuen’ Vereinssport jetzt leben. Es muss ein vernünftiges Konzept her, an das sich alle halten. Die Gesundheit und die Wirtschaft stehen derzeit allem voran. Der Sport ist und bleibt in dieser Zeit die schönste Nebensache der Welt.“

Auch das in den letzten Jahren immer gut besetzte Grenzland-Cup-Turnier ist auf Eis gelegt worden. Doch man blickt nach vorn. Die Mannschaften haben vom Veranstalter schon die Einladung für das Turnier 2021 erhalten. Willi Kehrberg, Trainer des Landesligisten VSF Amern, nimmt die Absage des Vorbereitungsturniers in diesem Sommer gelassen. „Ich denke, dass ist derzeit das Vernünftigste. Ich glaube, das alle aktiven Fußballer jetzt aber gerne wissen wollen, wie es überhaupt weitergeht“, sagte er unserer Redaktion.